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Einordnung der Region in die geologische Geschichte

Gleich weiter zur Lagerstättenbeschreibung:       
   

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Der geologische Ursprung des Gesteins in unserem Bergwerk liegt in wahrhaft "grauer" Vorzeit. Mineralogische Untersuchungen belegen, daß die ältesten Gesteine des Granulitkomplexes bereits vor zirka 1,3 Milliarden Jahren verfaltet wurden. Schon im oberen Riphäikum (Zeittafel ) wurde Verwitterungsschutt und Sedimente aus dem Inneren des auf der Südhalbkugel liegenden, riesigen Urkontinents Gondwana bis an seine Ränder verfrachtet und dort in den Meeren abgelagert. Diese Ablagerungen bildeten das Ausgangsmaterial der späteren Gebirgsbildung. 

Zu allen Zeiten bewegten sich die Kontinente - sehr langsam, aber stetig - und im Laufe von Millionen Jahren Erdgeschichte begann schließlich auch die riesige Landmasse des Gondwana- Kontinentes zu zerbrechen. Grabenbrüche rissen auf, schließlich brachen mehrere kleinere Platten ab und drifteten nach Norden: Baltika, Avalonia, die Adriatische Platte und Armorika - auf dem wir uns hier in Mitteleuropa heute befinden. Aus diesen Splittern des Urkontinentes wurde der heutige Kontinent Europa nach und nach zusammengeschweißt. 

Bereits am Ende des Kambriums und im Ordovizium (Zeittafel ) begann im Norden die Kaledonische Gebirgsbildung. Die Gesteine an der heutigen norwegischen Küste und in Teilen Schottlands sowie an der nordamerikanischen Atlantikküste gehen auf diese Zeit zurück. Den Atlantischen Ozean gab es noch nicht. 

Am Ende des Devons und hauptsächlich im Karbon (Zeittafel ) wurden auch die südlichen Kontinentalplatten Europas durch den seitlichen Druck der ozeanischen Platten weiter zusammengeschoben. Dabei wurde der schwerere Ozeanboden unter die Kontinentalplatten gedrückt ("Subduktionszone"), zugleich wurden die abgelagerten Sedimente an den Rändern der Kontinentalplatten zusammengepreßt und zu einem neuen Gebirge aufgefaltet: Dem Variszischen Gebirge, das sich vom Norden Portugals über die Bretagne in Nordfrankreich und das französische Zentralmassiv, die Vogesen, den Schwarzwald und das Rheinische Schiefergebirge bis zum Bayerischen Wald und den Sudeten nach Osten ausdehnte. 

Bei diesen Prozessen wurden die Sedimentgesteinsschichten in große Tiefen hinab gedrückt, wo sie kaum vorstellbarem Druck und hohen Temperaturen ausgesetzt waren. Aber auch der seitliche Druck der Auffaltung bewirkte eine komplette Veränderung des Mineralbestands der Gesteine: Aus tonigen Schelfsedimenten entstanden der Reihe nach Tonschiefer, Phyllit, Glimmerschiefer und schließlich Gneis. Aus sandigen Sedimenten entstanden Quarzite, aus den kalkhaltigen Ablagerungen der Korallenriffe an den Küsten entstanden dagegen Kalksteine, Marmor und Dolomit. An einigen Stellen sind auch noch Reste des einstigen Ozeanbodens zu finden: Die Serpentinite, die besonders am Südwestrand des Granulitgebirges zu finden sind, stellen solche Reste basaltischer Gesteine des Ozeanbodens dar. Am "Rubinberg" bei Greifendorf sind sogar Gesteine aus dem oberen Erdmantel zu finden, die während der Auffaltung vom Untergrund "abgehobelt" und in die darüberliegenden Gesteine hineingepreßt wurden.  

Aus damals längst erkalteten, magmatischen Gesteinen der Riftzonen im Gondwanakontinent, an denen sich die Platten einst von ihm abgelöst haben, entstand hingegen der für das Gebiet namensgebende "Granulit" - ein dem Granit nur auf den ersten Blick ähnliches, meist feinkörnigeres und hellgraues ("Weißsteingranulit") Gestein. Diese Gesteinsart wurde hier bei uns in Sachsen von Engelbrecht erstmals in der Welt beschrieben und von dem Geologen Weiss 1803 als "Granulit" bezeichnet (von lat. granulum: Körnchen).  Es besteht hauptsächlich aus Feldspäten und Quarz und enthält daneben in unterschiedlicher Menge Pyroxen, Granat, Disthen, Spinell, Kornerupin (bei Waldheim) und andere Minerale. Damit diese Minerale in dieser Kombination entstehen konnten, mußte das Gestein Drücken von etwa 11.000 Bar und Temperaturen bis zu 850 °C ausgesetzt gewesen sein. 

Bei derartigen Bedingungen beginnen viele Gesteine bereits zu schmelzen. Auch in der Mitte der Faltenstruktur des Granulitgebirges finden sich (z.B. bei Mittweida und bei Wolkenburg) heute Granite und Pegmatitgänge, die bei der langsamen Erstarrung solcher Gesteinsschmelzen in der Tiefe entstanden sind. Wo diese Gesteinschmelzen dagegen die Oberfläche erreichten und durchbrachen, waren im Oberkarbon zahlreiche Vulkane tätig:  Die Laven- Quarzporphyre des Schellenbergs mit der Augustusburg darauf im Süden, der "Versteinerte Wald" in Chemnitz, der "Kugelpechstein" des Tharandter Walds im Südosten, der Rochlitzer Berg mit dem berühmten Porphyr-Tuff- Steinbruch am Rand des Granulitgebirges und ganz im Norden (schon in Sachsen-Anhalt) die Schweißtuffe ("Ignimbrite") am Petersberg bei Halle sind Zeugnisse dieses Vulkanismus und umgrenzen noch heute (auch morphologisch) die Lage des ausgedehnten Vulkangebietes.  

Doch schon zu dieser Zeit begann die Witterung am gerade neugeschaffenen Gebirge wieder zu nagen. Die Täler füllten sich mit dem Abtragungsschutt des Gebirges, Sümpfe entstanden, in denen die Pflanzen das Festland eroberten. Die geologische Entwicklung ermöglichte so zugleich einen Sprung in der Entwicklung der Tier- und Pflanzenwelt. In den ersten Urwäldern aus urtümlichen Farnen und Cycadeen lebten Insekten und Amphibien. Die Reste der Sumpfwälder bilden heute die Steinkohlen des Erzgebirgischen Beckens (Werdau- Hainichener Trog) zwischen Chemnitz und Zwickau, aber auch des westfälischen Ruhrgebietes. Nach ihnen wurde dieses geologische Zeitalter als "Karbon" (Zeittafel ) bezeichnet.

Schon am Ende des Karbons war vom Variszischen Gebirge nur noch eine wellige Hochfläche übrig geblieben. Die Verwitterung und Einebnung des Faltengebirges hat längst die Gneise und Granulite freigelegt, die einst in den Tiefen der Erdkruste entstanden, am Rand der Faltenaufwölbungen folgen Gneise und Glimmerschiefer und nur in den Sattelstrukturen haben sich Phyllite und Tonschiefer erhalten (der "Schiefer- Mantel"). Bereits in den wenig jüngeren Sedimentgesteinen des Oberkarbons hat man Granulit- Geröll gefunden. 

Die Täler hatten sich mit rotem Sand gefüllt, deswegen wird diese Stufe des nachfolgenden Zeitalters des Perms als "Rotliegend" bezeichnet. Mit dem Perm endet das Paläozoikum. Auf der nördlichen Halbkugel ist ein neuer, größerer Kontinent entstanden. Weiter südlich liegen die Kontinentalplatten des einstigen Gondwana- Kontinents, dazwischen besteht noch ein Meeresbecken, die "Thetys". Auch die Tier- und Pflanzenwelt muß sich jetzt neuen Herausforderungen anpassen, denn die Hochfläche wird zunächst von trockenen Wüsten bestimmt. So breiten sich die ersten Nacktsamer und Koniferen in den Oasen aus. Reptilien und Saurier verdrängen die Amphibien. 

Im Westen jedoch beginnt jetzt der atlantische Ozean zu entstehen. Auch bis nach Mitteleuropa stoßen nun im Mesozoikum (Zeittafel ) -erstmals schon im Zechstein, also noch im Perm-  von Norden und Süden her mehrmals flache Meere bis nach Thüringen und in das Elbtal vor, lagern dort der Reihe nach Buntsandstein, Muschelkalk, bunte Keuper- Mergel und schließlich in der Kreidezeit  die Sandsteine der Sächsischen Schweiz ab. 

Aber auch weiter im Süden haben sich erneut die Ränder der Thetys mit Sedimenten gefüllt, Afrika wird mit Macht nach Norden geschoben, denn der Atlantik wird immer breiter und zum heutigen Ozean. Die Erdneuzeit, das Känozoikum (Zeittafel ), beginnt mit der Alpidischen Gebirgsbildung. Das Geschehen wiederholt sich jetzt südlich des alten Gebirgsrumpfes: Vom Atlas-Gebirge über die Pyrenäen, die Alpen, Apennin und das Dinarische Gebirge, über die Griechischen Inseln bis nach Kleinasien und weiter nach Osten bis zum Himalaya entsteht ein neuer, noch gewaltigerer Gebirgszug. 

Das geht auch am steif gewordenen Rest des Variszischen Gebirges nicht spurlos vorüber. Bereits ab dem Jura (Zeittafel ) beginnen alte Spalten wieder aufzureißen:  Der Oberrheingraben, das Elbtal und der Eger- Graben sinken in die Tiefe, gleichzeitig werden Erzgebirge und Oberlausitz im Tertiär (Zeittafel ) angehoben. Die "Schollengebirge" entstehen, heben sich als "Horste" - wie der Harz - oder einseitig als "Pulte" - wie das Erzgebirge - empor. Dazwischen brechen tief aus dem Erdmantel stammende, basische Magmen zur Oberfläche durch: Die Basalte und Phonolithe der "Scheibenberge" des oberen Erzgebirges, die Lamprophyre der Lausitz und der Basaltkegel der Burg Stolpen, im Süden die Tuffe der Duppauer Höhen und des Böhmischen Mittelgebirges entstehen.

So, wie noch heute an manchen Stellen "Sinterterassen" an Thermalquellen entstehen, so füllten sich auch damals - irgendwann zwischen Jura und Tertiär - die Spalten und Risse im Fels nach und nach wieder mit neuen Mineralen aus. Neben Kieselsäure (Quarz), Schwerspat und Kalkspat  lagerten sich in den Spalten auch Metallsulfide - die Erze - ab.  Je nach Schmelzpunkt der chemischen Verbindungen und Lösungsgleichgewicht in den heißen Thermalwässern bildeten sich typische Mineralgemeinschaften (Paragenesen). Sofort beginnen auch Wind und Regen erneut an den Felsen zu nagen. Die frischen Sedimente füllen jetzt die Norddeutsche Senke und die Leipziger Tieflandsbucht auf. Schon recht modern wirken die Braunkohlen-Urwälder: Sumpfzypressen und Sequoia (Mammutbäume) prägen das Bild.

Am Ende des Tertiärs beginnt schließlich eine Klimaveränderung. Große Teile der Nordhalbkugel beginnen zu vereisen und im Pleistozän (Zeittafel ) stoßen die skandinavischen Gletscher schließlich bis an den Südrand des Granulitgebirges vor. In den Kaltzeiten bilden sich Schmelzwasserseen vor der Gletscherfront, in denen sich "Bändertone" ablagern. Die Ur-Elbe beginnt, im Durchbruch zwischen Lausitzer Überschiebung und Erzgebirgsgneis das heutige Elbsandstein-Gebirge auszusägen. 

Wieder werden dabei die Hochflächen neu modelliert. Besonders der Feldspat der Granite und des Granulits verwittert an der Oberfläche in humidem (feuchten) Klima sehr schnell, die Tonminerale der Schiefer am Rand dagegen sind zwar weich, aber chemisch beständig und zersetzen sich kaum. Deshalb bildet der Rand des Gebirges heute einen deutlich höher liegenden Bergring gegenüber dem eigentlichen Kern des Granulitmassivs. Daher ist es heute nur noch auf der geologischen Karte zu erkennen. Morphologisch geht es (nach Nordwesten) in den "Nordwest- Sächsischen Vulkanitkomplex" und (nach Südosten) in das Erzgebirge über. Auf Landkarten wird diese Region häufig als "Mittelsächsisches Hügelland" zusammengefaßt. 

Auch in der Umgebung Wolkenburgs schneiden sich die Schmelzwasser-Ströme tief ins Gestein. Sediment-Terassen entstehen an den Talhängen. Muldeaufwärts füllt sich die Talaue um Glauchau mit Kies und Auelehm. Muldeabwärts dagegen muß die Zwickauer Mulde ein hartes Hindernis überwinden: Hinter Waldenburg verengt sich das Tal, hier schneidet sich der Fluß langsam durch den Schiefermantel und in den Granulit. 

Am Ende des Pleistozäns tritt schließlich auch in Mitteleuropa der Mensch auf den Plan. Die jüngste geologische Stufe, das Holozän als geologische "Gegenwart" beginnt vor etwa Zehntausend Jahren. Zu dieser Zeit war den Menschen bereits Kupfer, Zinn, Bronze als deren Legierung, und die Edelmetalle Gold und Silber bekannt und schließlich brachten die Kelten vor etwa 2.500 Jahren auch die Kenntnis der Eisengewinnung mit nach Mitteleuropa. Als schließlich das fränkische Großreich nach  800 u. Z. zerfiel, drangen die Sachsen in das nur von einigen slawischen Bauern besiedelte Gebiet zwischen Saale und Elbe vor. 

Im Jahr 929 wurde die Burg Meißen gegründet und 968 zum Bischofssitz erhoben. Die Mark Meißen entstand. Bereits 1168 ließen auch in Wechselburg (nördlich von Wolkenburg) die damaligen Herren zu Groitzsch eine Stiftskirche erbauen. Im gleichen Jahr wurde weiter östlich im heutigen Freiberg die erste der erzgebirgischen Silbererz- Lagerstätten entdeckt. Rund 100 Jahre später waren die dichten Urwälder zumindest entlang der Flüsse soweit gerodet, daß auch an den Hängen des Muldentales der Ausbiß der Wolkenburger Erzlagerstätten entdeckt wurde.

Damit beginnt ein neues Kapitel:
Die Geschichte des Wolkenburger Bergbaureviers

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Da im Mittelpunkt unserer Arbeit die Bergbaugeschichte steht, können wir nicht alle angrenzenden Themen gleichermaßen ausführlich erforschen. Schlagen Sie deshalb bitte auch einmal hier nach:

Die neuesten Forschungsergebnisse zur Geologie des Granulitgebirges gibt es unter anderem in: 
Rötzler, J.: "Zur Petrogenese im Sächsischen Granulitgebirge. Die pyroxenfreien Granulite und Metapelite", 
in: Geotektonische Forschungen 77, 1-100
E. Schweitzerbart`sche Verlagsbuchhandlung, 
Stuttgart, 1992
Mehr zur Geologie können Sie auch nachlesen in: 
Kroner, U.: "Postkollisionale Extension am Nordrand des Böhmischen Massivs: Die Exhumierung des Sächsischen Granulitgebirges", 
in: Freiberger Forschungshefte, C 457, 1-114
1995

 

 

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Die geologische Situation der Lagerstätte

Reliefdarstellung des UllersbergesFlußabwärts von Niederwinkel liegt am östlichen Talhang der Mulde der Ullrichs- oder Ullersberg, ein Höhenrücken zwischen dem Muldental und dem Herrnsdorfer Tal bei Uhlsdorf.  Am höchsten Punkt erreicht er  282 m ü. NN.  Hier am Ullersberg grenzen Schiefermantel und Granulitkern aneinander. Der Flußlauf weicht bei Niederwinkel dem harten Granulit noch einmal nach Norden aus, bevor sich die Mulde nordöstlich von Wolkenburg dann doch in das harte Gestein schneidet. Die ältesten geologischen Beschreibungen liegen aus der geologischen Landesuntersuchung von 1863 und 1865 vor.

schematische Geologie um WolkenburgDer Schiefermantel setzt sich vom äußeren Rand der Faltenstruktur nach innen aus Tonschiefer, Phyllit, Glimmerschiefer und Gneis zusammen.
Am Ulrichsberg ragt eine Falte des Granulits aus dem Gneis empor. Sie wird als "Herrnsdorfer Granulitjoch" bezeichnet und ist etwa 400 Meter westlich der St. Anna- Fundgrube am Talhang aufgeschlossen. Ein Rest der Decke aus Gneisglimmerschiefer findet sich auch noch oben auf dem Ulrichsberg. Innerhalb dieses Rückens liegen die Erzgänge des Wolkenburger Reviers, die sich in drei Teilbereiche gliedern lassen:

a) Südostseite des Ulrichsberges bis Mühlwiese
b) Herrnsdorf, Nordost-  und Nordwestseite des Ulrichsberges
c) Westseite des Ulrichsberges bei Niederwinkel

  

   

 

Schematischer geologischer Schnitt durch den heutigen UllersbergA) Auf der Höhe des Ulrichsberges, etwa 70 Meter über dem Muldetal, liegt der bergbau- historisch älteste Teil des Reviers. Auf einer Länge von 200 m und einer Breite von 120 m finden sich hier eng nebeneinander Haldenreste und Pingen. Während bodenarchäologischer Untersuchungen wurde unter anderem in einer Pinge der Schachtstoß freigelegt. Der Bergbau begann offenbar in dem weicheren Gestein der  sonst überall erodierten, hier aber noch erhalten gebliebenen Gneisglimmerschiefer- Decke. 

In diesem Bereich wurden mindestens zwei Haupt-Erzgänge mit flachem Streichen und eine Reihe netzartig kreuzender Quergänge bebaut. An Gangarten werden Quarz, Schwerspat (als Baryt-"Nüsse") und Eisenspat (Siderit) beschrieben. Die Gänge führten an Erzmineralen hauptsächlich Kupferkies (Chalkopyrit) und Kupfer- Antimon- Fahlerz (Tetraedrit), dagegen kaum Bleiglanz (Galenit) und Arsenkies (Arsenopyrit). Als Rarität wird Rotkupfererz (Cuprit) erwähnt. An sekundären Mineralen treten die Kupfer- Karbonate Malachit und Azurit, sowie das Blei- Karbonat Cerussit und das Blei- Phosphat Pyromorphit auf.

B) An der Nordspitze des Ulrichsberges bei Herrnsdorf (heute Ortsteil von Wolkenburg) finden sich vor allem Reste des Bergbaus der zweiten Betriebsperiode (etwa ab 1512), darunter die St. Anna- Fundgrube (unter diesem Namen ab 1713). 

Alle Erzgänge setzen auch hier im Gneisglimmerschiefer auf. Nach ihrem Streichen sind es hauptsächlich flache und Morgen-Gänge, die untereinander vernetzt sind. Mindestens sieben Erzgänge sind bekannt. Das Hauptmineral dürfte Bleiglanz gewesen sein, der 5 bis 7 Loth (etwa 80 Gramm pro Zentner Erz) Silber enthielt. Bleiglanz findet sich noch gelegentlich zusammen mit Quarz und Granat (Almandin). Sekundär treten ebenfalls Cerussit und Malachit auf, daneben auch etwas Kalkspat (Calzit).

C) An der Nordwestseite des Ulrichsberges findet sich nur eine einzige Grube, die unter diesem Namen erstmals 1738 erwähnte Segen- Gottes- Fundgrube. Sie baute auf nur einem, stehendem Gang, der in den verschiedenen Bergbauperioden die Namen "Vogelsang-", "Victor-", "Volle Hoffnung-" oder "Segen- Gottes- Stehender" trug. Er besitzt etwa 20 bis 30 cm Mächtigkeit und besteht aus aufgelöstem Granulit, blauem und weißem Hornstein und Schwerspat. Daneben tritt Braunspat (Ankerit)  als Gangart auf. Auch hier wurde vorwiegend Bleiglanz  gefördert. An Erzmineralen kamen nur wenig Tetraedrit, Bournonit (Buntkupferkies), Chalkosin (Kupferglanz), Covellin und - als Seltenheit - gediegenes Wismut hinzu. Als Sekundärminerale finden sich neben Kupferlasur und Malachit auch das Zink- Karbonat Smithsonit (Zinkspat), das Blei- Sulfat Anglesit und Pyromorphit. Nach Angaben der geologischen Landesuntersuchung von 1863 sollen die Erze 8 und 1/2 Loth Silber (141 Gramm) und 60 Pfund Blei je Zentner enthalten haben.

Die Erzgänge des Wolkenburger Reviers wurden schon früher unterschiedlich eingeordnet. Herr von Freiesleben hat sie 1843 zur Drebacher Formation gestellt, während Stelzner sie 1865 zur Freiberger kiesig- blendigen Formation (kb) rechnet. Das Vorherrschen von Kupfermineralen (vor allem Chalkopyrit) und eine polymetallische Vererzung (mit Tetraedrit, Bournonit und Wismut ) einerseits, andererseits das völlige Fehlen von Flußspat (Fluorit ) gegenüber der Freiberger fluor-barytischen Bleierz- Formation (fba) unterstreichen den eigenständigen Charakter der Lagerstätte. 

 

 

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