|
Hier ist der Ausgang:
Rundgang
im Segen-Gottes-Erbstolln:
|
|
|
|
|
|
Hier am Mundloch
beginnt die Befahrung des Stollens. Er wurde im idyllischen Tal des Haublerbachs - einem kleinen Zufluß zur Mulde
nördlich
von Niederwinkel - im Jahr 1739 angeschlagen und in zehnjähriger, mühsamer Arbeit mit
Schlägel und Eisen von Hand aus dem Glimmerschiefer und dem harten
Granulit herausgemeißelt. Er diente vorrangig als
Wasserlösestollen und sollte als Förderstrecke für den Erzabbau auf dem
"Victor-Stehenden" genutzt werden.
|

|
|
|

|
Der
erste und älteste Teil des Stollens verläuft noch im zähen, aber nicht ganz so
harten Glimmerschiefer. Unsere Vorfahren haben ihn annähernd rechtwinklig
ausgeschlägelt und keinen Stein unnötig entfernt. Die Breite wurde so
gewählt, daß man gerade hindurch gehen kann. Er ist zum Teil über zwei
Meter hoch und einst waren über der Wassersaige in der Stollnsohle Laufbohlen
eingebaut, damit die Hauer trockenen Fußes bis vor Ort gelangten.
|
|
Die
Qualität der Schlägelarbeit unserer Vorfahren ist bewundernswert. Ein
Steinmetz würde es auch heute nicht besser können. Die glatten Stöße
waren auch wichtig, denn Schutzhelme besaßen die Ahnen noch nicht - ein
Filzhut oder eine Lederkappe mußten ausreichen.
An diesem Quartalswinkel
ändert sich dann der Querschnitt des Stollns das erste Mal. Die Firste
ist von hier ab oval ausgeschlägelt.
|
|
 Ob hier einfach nur die Belegschaft wechselte oder ob man der größeren
Auflast des darüber liegenden Gebirges wegen zur "Gewölbeform"
überging, wissen wir nicht. Die seitlichen Einschläge zeigen, daß der
Stolln für die Erzförderung mittels Hunten verbreitert werden
sollte.
|
|
|
|

|
|
 Den
Glimmerschiefer durchziehen mehrere, flach nach Südwesten einfallende und
zum Teil stark ausgespülte Klüfte. Das ausgewaschene, eisen- und
manganhaltige Material setzt sich als Sinter im Stolln wieder
ab.
|
|
Als
die Freilegung des Stollns 1980 begann, hatte sich rund 230 Jahre nach der
Betriebseinstellung fast das gesamte Profil mit diesem Sinter zugesetzt.
Leider ist das Material äußerst labil und weich, so daß die
Sinterbildungen bei der kleinsten Berührung in nassen Schlamm
zerfallen.
Wir bitten deshalb die Besucher bei ihrer Befahrung des Stollns um allergrößte Aufmerksamkeit,
denn es dauert viele Jahre, bis sich diese Tropfsteine neu gebildet haben.
Außerdem gibt der eisenockerhaltige Schlamm nur schwer zu entfernende
Flecken auf der Kleidung...
|
|
Genießen
Sie einfach die Formen- und Farbenvielfalt dieser in den nun fast 30
Jahren seit der Freilegung des Stollns entstandenen Tropfsteine.
|
|
 Mit
ein wenig Phantasie könnte man diesen - noch kleinen - Sintervorhang als
"versteinerte Fledermaus" deuten...
|
|
|
|

|
Diese
eher bescheiden erscheinende Kluft markiert eine bedeutsame geologische
Grenze: Hier endet der "Schiefermantel" und der Stolln schlägt
in den Granulit ein. Ein Zeitsprung aus dem ältesten Paläozoikum (zirka
550 Millionen Jahre alt) bis tief in das Proterozoikum - der Granulit ist
vor mehr als einer Milliarde Jahre entstanden und vielleicht das älteste
Gestein im ganzen Freistaat Sachsen.
|
|
Dort,
wo der Stollen den Granulit erreichte, wird es schlagartig weniger geräumig.
Das harte Gestein ließ sich nicht mehr mit Schlägel und Eisen
durchörtern - hier mußte gebohrt und gesprengt werden. In den Stößen und an der
Firste findet man noch Reste der Bohrlöcher.
|
|
 Von hier aus geht es
nur noch gebückt weiter und zumindest für weniger fitte Gäste endet an dieser
"Ischias- Strecke" der Besuch.
|
|
Statt
der glatten Stöße vorher sind sie jetzt uneben und noch in der Form verblieben,
wie sich die Felsblöcke beim Sprengen herausgelöst haben.
Anhand der unterschiedlichen Farben des
Streckenstoßes erkennt man noch heute, wie hoch Wasser und Schlamm den
Stollen ausgefüllt haben. Daran können unsere Besucher ermessen, welche
Leistungen unsere Arbeitsgemeinschaft bei der Aufwältigung des Stollens
vollbringen mußte.
|
|
|
|

|
Im
Jahr 1749 hatte man endlich den Erzgang erreicht. Sicherheitshalber
überfuhr man ihn noch um rund sechs Meter, um nicht einem unbedeutenden
Nebentrum des eigentlichen Erzgangs aufzusitzen.
Wie aber so oft in der
Geschichte, war auch dieses Unternehmen nicht von Erfolg gekrönt: Dort,
wo gutes Erz anstand, sind die Vorfahren schon gewesen und man traf auf
verbrochene Schächte der Alten.
|
|
 Trotzdem
untersuchte man noch zwei Jahre lang auf rund 95 Meter Länge die
Erzführung des Gangs, traf aber nur solche bescheidene Reste an und gab daher das
Bergbauunternehmen 1751 auf.
|
|
1761 wurde
die Verwaltung der schönburgischen Bergämter - unter anderem für die Gruben in Wolkenburg und in
Hohenstein- Ernstthal im
südwestlichen Granulitmassiv - dem kursächsischen Bergamt Marienberg
übertragen. Möglicherweise im Rahmen der geologischen
Landesuntersuchung ab 1830 scheint dann eine Revision und Vermessung
erfolgt zu sein, denn diese - leider schlecht erhaltene Gangtafel am Ort,
an dem der Stolln den Erzgang einst erreichte - trägt bei genauem
Hinsehen rechts unten die Jahreszahl 1830, das links daneben stehende
Quartalszeichen ist unleserlich. Noch gut erkennbar sind die Initialen
"B" und "H" in der oberen Teilung und ein
"V" und "St" - für "Viktor-Stehender" - im
mittleren Feld.
|

|
| Da sich die
Arbeitsgemeinschaft mit der Sanierung des einstigen Bergamtshauses, mit
dem regulären Besucherbetrieb in der St.Anna- Fundgrube und mit der
weiteren Erforschung des St.Georg- Erbstollns in Wolkenburg viele
anspruchsvolle und aufwendige Ziele gesetzt hat, ist der Segen Gottes
Erbstolln in Niederwinkel nur noch zu besonderen Anlässen oder auf
Vereinbarung geöffnet. Wenn Sie ihn einmal kennenlernen möchten, denken
Sie bitte an eigene bergbaugerechte Ausrüstung.
Hinweise
auf Öffnungstage finden Sie auch hier: 
|
|
|
|

|
|
Das folgende Raumbild soll Ihnen einen Eindruck vom wieder freigelegten
Teil des Grubengebäudes vermitteln. Auf der Grafik können Sie die
roten Begriffe anklicken und so zurückblättern.
|
|
|
Wenn auch Sie auf den
Spuren der Vorfahren in die Unterwelt hinabsteigen möchten, besuchen Sie
uns einmal ! |

|