Hier ist der Ausgang:   

Rundgang in der St. Anna-Fundgrube:

Hier geht es wieder zurück !

Lage des Besucherbergwerkes St.Anna- Fundgrube

  

 
Einfahrt ...
 

 
Das Besucherbergwerk "St. Anna Fundgrube" erreicht man von Wolkenburg aus im Ortsteil Herrnsdorf. Die Straße "Zur Papierfabrik" überquert den Herrnsdorfer Bach und führt dort am ehemaligen Bergamtshaus vorbei:   
Wenige Meter hinter dieser Felsklippe befindet sich am Waldrand auch ein Parkplatz für Wanderer. 
 

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Die Befahrung für Besucher beginnt am Mundloch des St. Anna- Stollens, unmittelbar neben dem Muldental- Radwanderweg. Eine Hinweistafel zeigt den Wanderern das Mundloch. 
Das tatsächliche Stollnmundloch lag früher vermutlich weiter unten am Hang und wurde im 19. Jahrhundert durch den Bau der Bahnlinie und des Aufschlaggrabens der Energieversorgung der ehemaligen Papierfabrik überschüttet und zerstört. 
Hinter dem Gittertor treten dann die Besucher ein in die dunkle und geheimnisvolle Welt untertage. 
Gleich hinter dem Mundloch im Stollen stehen die Besucher - meist recht überrascht - zuerst einmal auf einem Gitterrost: Unter ihren Füßen befinden sich Strossenbaue, in denen stufenförmig von oben nach unten Erz aus dem Gang ausgehauen wurde. Es ist das ältere Abbauverfahren und für die erste Bergbauperiode vom 12. bis 15. Jahrhundert typisch. Auch die Anlage selbst - unmittelbar unter der Oberfläche - spricht für ein sehr hohes Alter dieser Grubenbaue. 

Die Baue auf diesem Foto führen wenigstens noch 13 Meter nach unten - und wir sind bisher nicht auf deren Ende gestoßen !   Bei ihrer Erkundung hatten wir im Jahr 2002 auch Unterstützung durch besondere Spezialisten. Über diesen Einsatz der Höhlentaucher können Sie hier nachlesen:  

 

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Im ausgehenden Mittelalter (15.Jahrhundert) setzte sich der Firstenbau  durch, dabei wurde das Erz von unten nach oben  ausgehauen. Der Vorteil war, daß es "von allein" in die Hunte rutschte, der Nachteil, daß die abgebauten Gangteile abgebühnt und verfüllt werden mußten, um die nächsthöhere Arbeitsebene zu schaffen. 

 
Die mittelalterliche Schlägelstrecke
 

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Bevor wir die Strossenbaue näher anschauen, folgen wir zunächst dem Hauptstolln in den Berg. Am Ende der Bühne über den unteren Strossenbauen führt eine Treppe auf die eigentliche Stollnsohle hinunter. 
Von hier aus führen weitere Nebenstrecken in den Berg. Im Foto folgt nach rechts ein Überhauen dem "St. Anna Spat" (also einem etwa von WNW nach OSO streichenden Gang) nach oben, während nach links eine aus dem festen Glimmerschiefer heraus geschlägelte Erkundungsstrecke zirka 6 m oberhalb der Stollnsohle auf der Suche nach anderen Erzvorkommen noch 15 m weit in den Berg getrieben wurde. 

 

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Während es unsere Besucher heute recht bequem haben und überall aufrecht stehen können, besitzt diese Suchstrecke einen typischen Querschnitt für das späte Mittelalter: Zirka 60 bis 70 Zentimeter breit und kaum 1,6 Meter hoch. Keinen einzigen Stein zuviel haben die Vorfahren hier aus dem Berg gebrochen ! 

Die fein säuberlich mit Schlägel und Eisen geglätteten Stöße waren reiner Selbstschutz: Statt eines stabilen Helmes trugen unsere Vorfahren nämlich nur einen Filzhut oder eine Lederkappe auf dem Kopf.  

Die Strecke endet nach zirka 15 m blind im festen Fels. Die schmale Kluft, die hier vor der Ortsbrust quert, enthielt kein Erz.  
Knapp 4 m vor dem Streckenende ist im linken Stoß ein Schneeberger Gedinge eingeschlagen. Bisher das einzige, daß wir im Bereich dieses Besucherstollns gefunden haben !  
 
Die "unteren Strossenbaue" auf dem Stolln
 

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Dann wird es eng: An der Treppe vorbei betreten wir nun die unteren Strossenbaue aus dem Mittelalter. 
Hier stehen wir nun gewissermaßen "zwischen den Rosten". Dort oben sind wir eingefahren... 
... und hier stehen wir erneut auf einem Gitterrost über den unteren Strossenbauen. Die typischen, stufenförmigen Absätze in den Stößen der Strossen sind gut zu erkennen. Wer genau hinschaut, erkennt auch noch die Prunen - die Meißelspuren - der Eisen in den Stößen... 

Das sich der Bergbau besonders in der frühen Zeit bis 1350 hier wirklich gelohnt haben muß, wird auch durch die Breite dieser Abbauhohlräume illustriert: Stellenweise weit über einen Meter !  

Der Blick hinunter auf das nächste Niveau: Eigentlich ist der Glimmerschiefer ein sehr zähes und schlecht verwitterndes Gestein. Standsicherheitsprobleme gibt es aber dann, wenn die Schieferungsflächen parallel zu den Salbändern der Erzgänge lagen und sich größere Blöcke ablösen könnten. Deshalb mußten wir auch hier ein wenig Mauerwerk und ein paar Stempel einziehen. Alle diese Baue standen offen und wurden erst 1943 mit Abraum und später auch mit Müll verfüllt ! 
Wer kein Problem mit engen Fahrten hat und halbwegs fit ist, kann noch ein paar Meter tiefer hinunter steigen. Hier sieht man auch sehr schön, daß das Erz in den Gängen sehr ungleich verteilt war: Zwischen den Trümern haben die Alten Pfeiler stehen gelassen, in denen kein brauchbares Erz zu finden war.  

 

Und: Sie sehen schon - wir stehen wieder auf einem Gitterrost... 
Die Strossenbaue führen tiefer und tiefer hinab. 13 m unterhalb des heutigen Mundlochs steht Grundwasser an - seit der Betriebsgraben der Papierfabrik auf der Ostseite des Muldentales angelegt wurde, ist nicht nur der alte Ablauf verschüttet - es dringt auch mehr und mehr Wasser in das Bergwerk ein. Wir haben es versucht - aber wir können nicht die Zwickauer Mulde im Kreislauf durch das Bergwerk pumpen. Wie tief die Vorfahren bereits in der ersten Betriebszeit hier gegraben hatten, wissen wir deshalb bis heute nicht...  
 
Die unteren Such- und Gangstrecken
 

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In Richtung Radwanderweg führt von hier eine weitere Suchstrecke weiter. Sie dient uns heute als Wetterstrecke, wenn wir bei den Mettenschichten den Frischwetterzug etwas bremsen müssen, um an kalten Wintertagen nicht zu erfrieren... 
Sie schlängelt sich erst einmal rund 20 m in Richtung Muldental...  
...dann endet die Strecke an einem kleinen Gesenk.  
Hier geht es zwei Meter nach unten. Spätestens hier wird es zu eng, um mit "normalen" Besuchern weiterzugehen...  
Auf diesem Niveau liegt wieder eine Gangstrecke. Sie folgt einer Lettenkluft zirka 15 m nach Südosten und 20 m nach Nordwesten, beide Endschaften sind durch Bruchmassen verstopft.

Hier an dieser Stelle führt unser Wetterbohrloch nach oben. Wir befinden uns zirka 4 m unterhalb des Radwanderwegs...

 
 
Der nachgerissene Bereich unter dem Tagschacht
(ehemaliger LSR)
 

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Zurück und dem Haupststolln nach geradeaus in den Berg: Hinter diesem kleinen Gewölbe als Schutz gegen Steinfall unter dem Überhauen betreten wir den ehemaligen Luftschutzraum, der 1943 in den alten Stollen für die Mitarbeiter der Papierfabrik angelegt wurde.  
In kalten Wintern bilden sich besonders im tagesnahen Bereich durch die kalt einziehenden Wetter prächtige Eiszapfen. Diesen durchscheinend glitzernden Vorhang haben wir im Winter 2010 fotografiert. 

 

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Auf dem Weg sei noch auf dieses kleine Gesenk hingewiesen. Irgendwo hier wird der St. Anna Stolln nämlich auch vom St. Georg Erbstolln unterfahren. Vermutlich haben bereits die Vorfahren versucht, eine Querverbindung herzustellen - Sie haben sich aber verfehlt... 
Diese Räume wurden mit einer ganz anderen Dimension aus dem Fels herausgesprengt - sie repräsentieren das letzte Kapitel der Wolkenburger Bergbaugeschichte. 

Heute dienen sie als stilvolle Umrahmung für die traditionellen Mettenschichten, die auch unsere Besucher zwischen 3. und 4. Advent  hier bei uns erleben können:  

Auch die Gleise auf der Sohle und diese Drehscheibe stammen noch aus der Zeit um 1943, als die alten Stollen das letzte Mal aufgewältigt und erweitert wurden. 

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Am Drehkreuz zweigt rechtwinklig eine Nebenstrecke ab. Hier sollte wohl die Druckwelle eventueller Bombentreffer gebrochen werden und die Arbeiter Schutz finden. 

Die Strecke endet nach knapp 10 Metern an der Ortsbrust. Interessanterweise wurde bei der Erweiterung der alten Stolln 1943 der Spatgang wieder angefahren, den die Alten weiter vorn mit mehreren Strecken verzweifelt suchten. 

Mit 40° bis 50° Neigung zieht sich hier über Stöße und Firste quer durch den Glimmerschiefer ein etwa 5 bis 10 Zentimeter "breites", weiches Band aus zerschertem Gestein, etwas Quarz, Schwerspat und wenig, zu lehmigen Letten zersetztem Fahlerz. 

 

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Da wir unseren Besuchern das Wolkenburger Erz also nicht mehr wirklich zeigen können, haben wir an dieser Stelle jetzt einen kleinen Einschlag hergerichtet, der einmal - mit einer Glasscheibe und Beleuchtung ausgestattet - als Vitrine für Mineralfunde aus dem Revier dienen soll. 

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Zurück im Hauptstolln: Auch dieser Abschnitt endet nach etwa 30 Metern an der festen Ortsbrust. Gewissermaßen nicht nur das räumliche, sondern auch das historische Ende des Bergbaus in der St. Anna- Fundgrube. 

In der Ortsbrust finden sich noch einige Bohrlöcher - vielleicht wurden sie mit einer solchen Ständer- Bohrmaschine gebohrt und dann doch nicht mehr mit Sprengstoff gefüllt, um den nächsten Meter aus dem Berg herauszusprengen. 

Da die beiden Stollenenden rechtwinklig zueinander und schräg zu dem in der Nebenstrecke angefahrenen Erzgang verlaufen, trifft auch der Hauptstolln an dieser Stelle wieder auf diesen Gang. Vermutlich handelt es sich hier um den "St. Georg Morgengang" (also einen von ONO nach WSW streichenden Erzgang), dem tiefer unten ein anderer Stollen folgte. 

 
Befahrung des Tagschachtes
 

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Daß die alten Stollen 1943 nur erweitert und nicht wesentlich "verlängert" wurde, belegt auch der hier hinten auf dem Hauptstolln einkommende Tagesschacht. 
Für Besucher, die noch nie in einem Bergwerk waren und sich körperlich dazu in der Lage fühlen, hätten wir zum Schluß noch ein kleines Highlight abzubieten. Eigentlich dient uns der alte Tagesschacht auf dem St. Anna Stollen als Notausstieg und zweiter Rettungsweg. Außerdem gelangen über den Schacht ständig frische Wetter in das Besucherbergwerk. 

Wer aber möchte, kann seit Ende 2009 nun auch einmal "nach oben" aus der Grube ausfahren: Seit diesem Jahr sind alle Fahrten und Umtrittbühnen dauerhaft sicher eingebaut. 
 

Typisch für einen spätmittelalterlichen Schacht ist der schon relativ große, flach- rechteckige Querschnitt. Hier mußten schließlich neben dem Fahrtentrum auch zwei Fördertonnen nebeneinander auf- und ablaufen können und mancherorts auch noch Pumpengestänge untergebracht werden. 

 

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Nur wenige Meter unterhalb der Rasensohle fanden sich bei den Aufwältigungsarbeiten 1992 auch beiderseitig des Tagesschachtes Strossenbaue aus der Anfangszeit des Bergbaus - Beleg dafür, daß der St. Anna Tagesschacht ebenfalls bereits in dieser Zeit abgeteuft wurde. 

Dieser Abbau hier liegt westlich des Tagesschachtes... 

...und dieser östlich des Schachtes. Beim Ausfahren über den Tagesschacht kann man einen Blick in diese oberen Strossenbaue werfen und erkennt auch gut, daß der Tagesschacht dem Einfallen des Erzgangs folgte. Dadurch konnte bereits beim Abteufen des Schachtes Erz gewonnen werden. Heute dagegen würde man einen Schacht im standsicheren - aber erzfreien - Nebengestein absenken und rund um den Schacht lieber einen Sicherheitspfeiler stehen lassen. 
Nun haben Sie es aber auch geschafft: Sie sind jetzt zirka 15 m nach oben geklettert. Lassen Sie sich doch mal beim nächsten Feuerwehrfest zeigen, wie hoch eine 15 m lange Leiter ist... 
Über dem Haspelschacht haben wir eine kleine Kaue nachgebaut, wie sie für den Bergbau des frühen Mittelalter typisch war. 
Von hier aus kann man bergauf durch den Wald noch in Richtung St. Georg Fundschacht und 1. Unteres Maß laufen. Beide Tagesschächte haben wir schon einmal in Angriff genommen und werden es ab 2010 erneut tun: Vielleicht können wir Sie in einigen Jahren dann auch durch die Firstenbaue des 16. Jahrhunderts auf dem tiefen Erbstollen führen. Pläne haben wir jedenfalls noch genug und je mehr wir entdecken, desto interessanter wird es ! 
 

 

 
Wenn Sie schon vorher mal wieder vorbeischauen wollen: 
Die Öffnungszeiten finden Sie hier .
 

Das folgende Raumbild soll Ihnen einen Eindruck vom bereits wieder freigelegten Teil des Grubengebäudes vermitteln. Auf der Grafik können Sie die Begriffe anklicken und so zurückblättern. Wohin wir Sie heute noch nicht führen können, 
das zeigen wir Ihnen auch unter: "Aktuelles"

   

 

Wir finden immer noch Neues -
Kommen Sie einmal vorbei und schauen Sie selbst !

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