Erläuterung wichtiger Begriffe aus dem bergmännischen Sprachgebrauch A - ...
| Abbau | Gewinnung mineralischer Rohstoffe, auch der durch den Abbau entstandene Hohlraum, im Gegensatz zu den Ausrichtungsbauen (siehe Ausrichtung) |
| Abbauverfahren | Da im Erzgebirge die Lagerstättenform der "hydrothermalen Gänge" vorherrscht, wurden hier überwiegend die Verfahren des "Strossenbaus" (siehe dort) und des "Firstenbaus" (siehe dort) angewandt. In den Greisenstöcken der Zinnerzlagerstätten wurde daneben "Weitungsbau" angewandt (siehe dort), bei untertägigem Kalksteinabbau auch "Kammerpfeilerbau" (siehe dort). |
| Abschlag | Ein im ganzen abgetaner (abgesprengter) Felsabschnitt, auch eine "Scheibe". Ursprünglich wurden nur einzelne Bohrlöcher mit Sprengstoff besetzt und einzeln abgetan, 1701 wurde auf dem Elende Seelen Spat in Freiberg erstmals der gesamte Stollnquerschnitt mit mehreren Sprengbohrungen besetzt und "aus dem Ganzen" heraus geschossen (siehe auch "Schießen"). Über eine Befahrung während des Tunnelbaus auf der BAB 17 wird zum Beispiel auf der Internetseite www.unbekannter-bergbau.de berichtet. |
| Alter Mann | Was heute im Erzgebirge so manches Problem verursacht, kannten auch unsere Vorfahren bereits: Erst mit der Einführung der Annaberger Bergordnung um 1500 wurde nämlich eine Rißwerkführung (die laufende Fortschreibung der Vermessungsunterlagen) für Bergwerksbetriebe vorgeschrieben. Auch damals schon stießen Stollen und Schächte immer wieder einmal auf Grubenbaue der Altvorderen und diese bezeichneten die Bergleute als "Alten Mann" - auch wenn natürlich längst kein solcher mehr drin war. |
| Anschlagen | Beginn der Auffahrung: "einen Stolln anschlagen", auch: Signalgebung bei der Förderung im Schacht durch den "Anschläger", der die Fördertonnen ans Seil "anschlägt". Der Begriff des "Anschlagens am Seil" findet sich interessanterweise auch in der Seefahrt wieder, wo eine Reihe von Seemannsknoten mit einem oder mehreren "Schlägen" (sprich: Schlaufen) versehen sind. |
| Arsenkies | Arsenopyrit
( FeAsS ), hochhydrothermales Erzmineral, das jedoch nur selten selbst
(zur Arsenik-Gewinnung) abgebaut wurde. Wirtschaftlich wichtiger waren
die Kupfer- und Silbererze und gelegentlich auch Gehalte an Gold, die
zusammen mit Arsenkies in eigenständigen Erzgängen auftreten können,
z. B. am Erzberg bei Hohenstein-Ernstthal, im Netz unter
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| Aufbereitung | Trennung und Reinigung der Erze (siehe dort) von nicht benötigten Begleitmineralen (siehe Mineral) |
| Auffahrung | Herstellung eines einzelnen Bergwerkshohlraums, siehe auch "Vortrieb" |
| auflässig | aufgegeben, geschlossen, gleichbedeutend mit "abgeworfen" |
| Aufwältigung | Wiederherrichtung eines auflässigen Bergwerkes |
| Ausbau | Sicherung wichtiger Bergwerkshohlräume gegen herabbrechendes Gestein, in stark brüchigem Gebirge durch Ausmauerung, heute auch durch Stahlbogen- Ausbau oder Spritzbeton, große Hohlräume durch Kasten-Ausbau, kleine Strecken meist durch den klassischen "Türstock" (siehe dort) |
| Ausbeute | Gewinn, Profit eines Bergwerks, eine Ausbeutzeche zahlte den Überschuß an Einnahmen als Ausbeute anteilig an die Kuxinhaber (siehe Kux) aus. |
| Ausbiß, Ausbißlinie | der Verlauf eines Erzganges an der Tagesoberfläche, (siehe auch unter Einfallen und Streichen) |
| Ausbringen | die Förderung an nutzbarem Erz |
| Ausrichtung | auch "Vorrichtung", das Erschließen einer Lagerstätte durch Herstellen der Zugänge (Schächte, Stolln), siehe auch Schacht, Richtstrecke |
| Azurit | Ein
Sekundärmineral in Kupferlagerstätten. Das meist azurblaue (daher der
Name), in Kristallen auch tiefdunkelblaue Kupfer-Karbonat Azurit (
Cu3 [OH,CO3]2 )
bildet sich in der oberflächennah liegenden Oxydationszone (siehe unter
"Eiserner Hut") durch Zutritt von Luftsauerstoff und kohlensaurem
Grundwasser in Kupfererz- Lagerstätten.
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