Erläuterung wichtiger Begriffe aus dem bergmännischen Sprachgebrauch F - G
| Fahlerze | Tetraedrit
(Cu12Sb4S13 ) und Tennantit (Cu12As4S13
), auch als "Kupfer-Fahlerze" bezeichnet, sind die
verbreitetsten Vertreter der Fahlerze. Der deutsche Name ist auf den
"fahlen" Glanz zurückzuführen. Typisch ist die
tetraedrische Kristallform.
|
| Fahrt, Fahrung | Der Bergmann läuft nicht, er "fährt". Er fährt "ein" zur Schicht und er fährt "aus" zum Feierabend. Besucher "befahren" ein Bergwerk. Die "Fahrt" bezeichnet außerdem eine Leiter. |
| Fahrkunst | Im
Gegensatz zu Wasserkünsten oder Maschinenbauten zur Förderung waren
"Fahrkünste" - nämlich zur Mannschafts-Beförderung - im
historischen Erzbergbau Sachsens wenig verbreitet. Nur vglw. wenige
Gruben bauten bereits in solch großer Tiefe ab, daß eine maschinelle
Personenbeförderung erforderlich war, um nicht zuviel der Arbeitszeit
mit dem Arbeitsweg zu vergeuden. In der Regel wurden dann dazu die
ohnehin vorhandenen Antriebsgestänge der Wasserkünste genutzt. An
diesen wurden Trittbretter in solchen Abständen angebracht, daß sie
sich bei jedem Gestängehub genau gegenüberstanden. Dann konnte der
Hauer bei jedem Hub auf das jeweils andere Trittbrett umsteigen, mit dem
Gestänge bis zum nächsten Trittbrett hinunterfahren, wieder umsteigen und so
fort, was natürlich viel Kraft sparte. Heute spricht man nicht mehr von "Fahrkunst", wenn man mit technischen Hilfsmitteln - und nicht per pedes - einfährt, sondern z.B. von Seilfahrt (mit dem Förderkorb im Schacht). |
| Feldgestänge | ein
Kraft-Übertragungsmechanismus, um die Antriebsenergie eines Wasserrades
vom Wasserlauf zum Bergwerk zu führen. Ein Feldgestänge besteht
gewöhnlich aus zwei Balkenreihen, die an "Kunstkreuzen"
beweglich aufgehängt sind und die Drehbewegung des Wasserrades als Hin-
und- Herbewegung zum Bergwerk übertragen; dort wurden gewöhnlich
Pumpen auf diese Weise angetrieben. Offene Feldgestänge wurden dann
errichtet, wenn es aus topographischen Gründen nicht möglich war,
Antriebswasser nach untertage zu leiten, oder wenn die Zeit bis zum
Aushieb einer untertägigen Radkammer (s. d.) überbrückt werden mußte. |
|
|
|
| Feuersetzen | Eine
schon sehr alte Methode, um den Vortrieb oder den Abbau in besonders
hartem Gestein zu erleichtern. Dabei wird zum Schichtende am Samstag an
der Ortsbrust (s.d.) Holz aufgestapelt und entzündet. Die Hitze des
Brandes führt aufgrund der unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten
der einzelnen, in den Gesteinen (s.d.) enthaltenen Minerale (s.d.) zum
Aufreißen der Mikrofugen zwischen den Mineralkörnern und dadurch zur
Auflockerung des Gesteinsverbandes, so daß die Hereingewinnung nach dem
Abkühlen in der ersten Schicht am Montag erheblich leichter fiel. Das
Feuersetzen war aber auch mit großen Gefahren verbunden, da bei
unzureichender Bewetterung Schwelbrände entstehen können und sich
hochgiftiges Kohlenmonoxid bildet. Das Feuersetzen hinterläßt
charakteristische Abbauspuren, da das Gestein in rundlichen,
zentimeterdicken "Schalen" abplatzt. Weitverbreitet ist die Annahme, daß man durch "Abschrecken" mit kaltem Wasser einen größeren Effekt erzielt hätte. Entsprechende Versuche hat es zweifelsohne gegeben. Da aber einerseits in einem Bergwerk ohnehin überall mehr oder weniger viel Grundwasser zusitzt, was denselben Effekt "von allein" bewirkt hätte, und da andererseits die meisten Gesteine außerordentlich schlechte Wärmeleiter sind (sonst würde nämlich die Geothermie nicht funktionieren) wirkt sich die Hitze eines zweitägigen Brandes nur wenige Zentimeter tief im Gestein aus. Das Abschrecken erhöht diese bescheidene Wirkung nicht. |
| Firste | die Oberkante des Hohlraums, seine "Decke", man denke auch an den Dachfirst |
| Firstenbau, Firstbau | typisches
Abbauverfahren ab dem 16. Jahrhundert: Hereingewinnung des Erzes von der Firste
(siehe dort), Abbau "nach oben" (siehe auch Strossenbau)
|
| Firstenstoßbau | Weiterentwicklung
des einfachen Firstenbaus, dabei wurde der Erzgang nicht unregelmäßig
nach seiner Erzführung abgebaut, sondern "streifenweise" und
systematisch von unten nach oben. Anfallendes taubes Material wurde
sofort wieder als Versatzmaterial verwendet
Grundsätzlich gleichartig wird beim Abbau von flach liegenden Flözen (Steinkohle) vorgegangen. In die Horizontale verkippt wird dieses Abbauverfahren dann als "Strebbau" bezeichnet. |
| Flacher, flacher Gang | ein Erzgang mit einer Streichrichtung (siehe dort) von Nordnordwest nach Südsüdost |
| Flöz | Allgemein bezeichnet der Begriff einen nur wenig geneigten Horizont nutzbarer Gesteine und ist besonders im Kohlenbergbau gebräuchlich. Im osterzgebirgischen Zinn- Bergbau (Zinnwald, Cinovec) kamen im Gegensatz zu den hydrothermalen und meist vglw. steil aufgerichteten Gängen (siehe "Gang") des mittleren und westlichen Erzgebirges auch annähernd flach liegende "Zinnflöze" vor. |
| Flußspat | Fluorit,
CaF2 , ein Begleitmineral ("Gangart") in
hydrothermalen Erzgängen, mitunter auch in eigenen Lagerstätten, wurde
schon früh als Flußmittel in der Metallurgie verwendet (Verringerung
der Viskosität der Schmelzen), typisch für die Halsbrücker
"fluor- barytische Formation", dort zusammen mit Schwerspat,
silberhaltigem Bleiglanz und anderen Mineralen.
|
| Froschlampe | typische,
sehr einfache Lichtquelle des Bergmanns im Mittelalter, eine mit Wachs
oder Unschlitt (Rindertalg) gefüllte Schale mit Docht, ursprünglich
aus einfacher Keramik und auf einen Holzspan gesteckt, später meist aus
Messing und mit einem Tragbügel versehen.
|
| Füllort, das F. | Eine Erweiterung des Grubenhohlraums am unteren Ende des Schachtes, bzw. auf höheren Sohlen am Schacht. Sie schuf bessere Bewegungsfreiheit für das Befüllen der Fördertonnen. Siehe auch "Haspelort". |
| Fundgrube | Das
Bergwerk, in dem ein neuer, bis dahin unbekannter Erzgang als erstes
entdeckt wurde. Der Finder bekam nach sächsischem Bergrecht das
Abbaurecht auf diesem Erzgang vom Inhaber des Bergregals, also dem
sächsischen Kurfürsten, verliehen (vgl. mittelalterliches Lehnswesen).
Im Hochmittelalter (12. bis 14.Jahrhundert) war jedem Freien das
Aufsuchen von Erzgängen freigestellt. In der Nachbarschaft einer
Fundgrube entstanden daher schnell weitere Bergwerke, wie man es an der
Dichte der Pingen auf dem Ullersberg, aber auch auf dem Nach und nach wuchs aber auch die Erfahrung, daß ein solches Vorgehen nicht nur wenig wirtschaftlich, sondern auch gefährlich war, denn der Fels und der Erzgang wurde geradezu "durchlöchert" und drohte einzustürzen. Daher wurden mit der Annaberger Bergordnung Anfang des 16.Jahrhunderts Beschränkungen der Größe einzelner Grubenfelder festgelegt. Die Fundgrube bekam demnach ein Abbaufeld von 42 Lachter Länge entlang des entdeckten Erzgangs und von 7 Lachter Breite zugesprochen. Daran angrenzend verlieh der Kurfürst weitere Abbaufelder von je 28 Lachter Länge, die sogenannten Maße oder Maßgruben (siehe dort). Im Zinnbergbau gab es auch quadratische Abbaufelder ("Geviertfeld") von 28 Lachter im Quadrat. |
| Gang, Erzgang | Die
meisten der sächsischen Erzlagerstätten stellen pneumatolytisch oder
hydrothermal entstandene Ganglagerstätten dar. Als "Gang"
bzw. "Erzgang" wird dabei eine später durch andere Minerale
oder Ganggesteine wieder ausgefüllte Spalte im Gestein bezeichnet.
Diese Risse und Spalten entstehen gewöhnlich durch tektonische
Vorgänge, können sich sukzessive um bis zu mehrere Meter geöffnet
haben und eine (horizontale) Länge von mehreren Kilometern, sowie eine
Tiefe von bis zu zwei Kilometern erreichen. Andere waren auch nur wenige
Zentimeter mächtig und erstreckten sich nur über weniger als
einhundert Meter. Große tektonische Spalten sind oft nicht (nur) durch
Erzminerale, sondern durch spezielle "Ganggesteine" (Dolerite
der Lausitz, Porphyrgänge, Aplite und Pegmatite u.a.) ausgefüllt. Ob ein Erzgang abgebaut wurde, entschied sich einerseits anhand seiner "Erreichbarkeit" - also der Tiefenlage und der technischen Erfordernisse für den Abbau - sowie anhand seines Erzgehaltes. Auch geringmächtige Erzgänge konnten bei gleichmäßiger Erzführung durchaus Gewinn abwerfen. |
| Gangart | Die Mineralfüllung eines Erzgangs ist nur sehr selten ausschließlich aus einem oder nur wenigen Mineralen zusammengesetzt - fast immer kommen viele verschiedene Minerale zusammen vor. Die "Begleiter" der eigentlich interessierende Erzminerale werden auch als "Gangarten" bezeichnet und umfassen neben Quarz vorallem Karbonate, Halogenide und verschiedene Sulfate. Manche können selbst von wirtschaftlichem Interesse sein, wie z.B. der Flußspat. |
| Gangformation | Bereits
U. Rülein und Agricola wußten, daß verschiedene Minerale immer
gemeinsam, andere nie zusammen in einem Erzgang auftraten. Dies hat
seine Ursache in den unterschiedlich temperaturabhängigen
Lösungsgleichgewichten der einzelnen Verbindungen, der
wissenschaftliche Begriff dafür ist die "Paragenese". Diese
Gruppierung verschiedener Minerale wurde durch sogenannte
"Formationen" beschrieben, wobei - u.a. der "Vater der
Mineralogie" Abraham Gottlob Werner - ausgehend vom Typ der
Freiberger Blei- Zink- Silber- Lagerstätte zunächst vier Haupttypen
unterschied:
Man erkannte bald, daß diese vier Typen ähnlich auch in anderen Revieren auftreten, aber keineswegs ausreichen. So wurde die in Freiberg nur selten auftretende Wismut- Kobalt- Nickel- Paragenese ("BiCoNi") hier als "Edle Geschicke" bezeichnet, ist jedoch im Westerzgebirge weit verbreitet. Andere Lagerstättentypen, wie die Zinn- und Wolfram- Lagerstätten wurden durch diese Formationen noch gar nicht erfaßt, so daß sich die paragenetischen Kenntnisse ständig weiterentwickeln und die "Formationen" heute eher von historischem Interesse sind. |
| Gangkreuz | Schnittlinie
zweier Erzgänge mit unterschiedlicher Streichrichtung oder
unterschiedlichem Einfallen (siehe dort), an
Gangkreuzen fanden sich oft besonders reiche Erzvorkommen, siehe auch
"Scharung".
|
| Gebirge | Als "Gebirge" wurde ursprünglich das Gebiet (man beachte alte Flurnamen, wie der Ortsteil "Gebirge" von Marienberg, aber auch das "Erzgebirge" selbst) und auch das Gestein bezeichnet, das Erzgänge enthielt. Heute bezeichnet es zumeist das Umgebungsgestein. |
| gebrochen, gebrochener Schacht |
Von
einem "gebrochenen" Schacht spricht man, wenn dieser nicht
durchgängig gebaut ist, sondern u.U. mehrfach absetzig angelegt wurde.
Die Ursache für eine solche Anlageweise von Schächten ist in der
geringen möglichen Förderhöhe einer handbetriebenen Haspel von
maximal 40 m zu sehen. Daher mußten zur Überwindung größerer Teufen
mehrere Haspelorte übereinander angelegt werden. Siehe auch
"Schacht" und "Hornstatt".
|
| gediegen | rein,
eine Reihe von Edelmetallen kommt "gediegen", als Metall und
nicht nur in chemisch gebundener Form als Erze vor, z.B.
"gediegenes Wismut" und "gediegenes Silber":
|
| Gedinge | abgeleitet von "sich zu etwas verdingen": eine Art Stücklohn für Häuer, dabei wurde eine Lohnsumme pro erreichter Auffahrungslänge fest vereinbart und jede Woche, die der Häuer am Gedinge arbeitete, wurde sein Lohn von diesem "Gedingegeld" ausgezahlt. War der Bergmann schneller fertig, war die Restsumme sein Gewinn. (siehe auch "Jahrestafel" und "Quartalswinkel") |
| Gegenbuch | Das Gegenbuch (oft auch "Rezeßbuch") diente der Aufzeichnung des Ausbringens und der Verteilung der Ausbeute bzw. der Zubuße der einzelnen Gruben und war ähnlich wie das "Bergbuch" (s.d.) eine wichtige Arbeitsgrundlage der Bergämter. Im Gegenbuch wurden alle Gewerken (s.d.) der Grubenbetriebe - die Inhaber der Kuxe - dokumentiert. Der "Gegenschreiber" war in erster Linie natürlich für die Richtigkeit der Steuerabführung an den Landesherrn verantwortlich. Dieser Bergbeamte bezeugte quasi als Amtsperson aber auch die Richtigkeit der Quartalsabrechnungen der Grubenbetriebe. |
| Gegenschreiber | siehe Gegenbuch. |
| Gegenortbetrieb | ein
Vortriebsverfahren, um die Auffahrung langer Strecken oder Stollen zu
beschleunigen: aufgrund des kleinen (sparsamen) Querschnitts von
Verbindungsstrecken oder Wasserlösestolln, die nicht selbst Erz
förderten, konnten vor Ort bestenfalls zwei Hauer gleichzeitig
arbeiten, daher begann man die Auffahrung gleichzeitig von mehreren
Stellen ("Lichtlöchern") ausgehend und versuchte, den
"entgegenkommenden" Ort zu treffen. Der Rothschönberger
Stolln nördlich von Freiberg wurde zum Beispiel vom Mundloch, von acht
weiteren Lichtlöchern
und der Grube "Beihilfe" ausgehend aufgefahren; der
Markus-Semmer-Stolln in Schlema besaß sogar 16 Lichtlöcher allein im
Unteren Revier.
|
| Gegentrum, das G. | Bezeichnung
für die Fortsetzung eines Erzganges (siehe dort) am Gegenhang eines
Taleinschnittes
|
| Geleucht, das G. | (Nicht
ausschließlich, aber vor allem) die persönlich vor Ort
untertage mitgeführten Leuchtmittel. Licht ist im Dunkeln natürlich von besonderer Bedeutung und so hat auch
das Geleucht eine lange Geschichte hinter sich: Die ältesten Lichtspender waren Fackeln oder einfache Kienspäne, später kamen insbesondere verschiedene Typen von Öl- oder Talglampen auf (z.B. die "Froschlampe", s.d.). Darin wurden billige Abfallprodukte (z.B. minderwertiger Rindertalg, das sogenannte "Unschlitt") verbrannt. Gegen die Gefahr des Erlöschens bei kräftigem Wetterzug besser geschützt war die "Blende" (s.d.), die besonders im Freiberger Typ (mit einem "Kuckuck" - einer kleinen Öllampe darin) weit verbreitet war und heute bei jeder Bergparade zu sehen ist. Mit der Industrialisierung kamen schließlich moderne Typen auf, wie Karbid-Lampen und elektrische Akku-Lampen. Karbid-Lampen werden z.T. heute noch als Wetterlampen zur schnellen Prüfung auf das Vorhandensein von Methan oder Kohlenmonoxid genutzt: Schon bei minimalen Konzentrationen der gefährlichen Gase verfärbt sich die Flamme. Heute sind üblicherweise elektrische Lampen im Gebrauch. Nicht nur, aber ganz besonders im Kohlenbergbau müssen sie gegen Funkenschlag gesichert sein, um Gasexplosionen zu verhindern (ATEX-Zulassung). Auch untertage erspart heute die LED-Technik das Mitschleppen schwerer Akkus - auch wenn das weiße, Laser- artige Licht noch ziemlich gewöhnungsbedürftig ist. |
| Gequäl, Gequäle | In
den Stoß einer Strecke oder in den liegenden Schachtstoß
eingeschlägelte Rinne, über die Tropfwasser gesammelt und abgeleitet
wird. Da die schmalen Kanten beim Ausschlagen der Rinne öfter mal
abbrachen, mußte der Hauer bei solchem Pech die ganze Arbeit von vorn
beginnen - daher der Name: Es wurde oft zur Quälerei...
|
| Gestein | Gewöhnlich
Gemische
aus verschiedenen, häufigen Mineralen (siehe dort), aus denen die
Erdkruste aufgebaut ist. Seltener sind sie aus nur einem oder nur
wenigen Mineralen zusammengesetzt (Marmor, Steinsalz). Gesteine werden
im Wesentlichen nach ihrer Entstehung unterteilt in:
Erzgänge können durch postmagmatische (hydrothermale, pneumatolytische) Prozesse, aber auch durch Metamorphose (Metasomatose, Sammelkristallisation) entstanden sein. |
| Getriebe, Getriebezimmerung | Eine
besondere Form des Sicherungsausbaus beim Unterfahren verbrochener
Bereiche oder Schächte (s. a. "Alter Mann") oder in
brüchigem Gebirge. Über der Kappe des jeweils vordersten Türstockes
und unter der Kappe des davor stehenden Türstockes werden
"Pfänder" (daher auch als "Vorpfändung"
bezeichnet) aufgelegt und unter das nachbrechende Hangende vorgetrieben,
so daß der Mann darunter gegen Steinfall gesichert ist. Erst danach
können die losen Verbruchmassen darunter abgefördert werden. Ist das
Ende der Pfänder erreicht, wird die Konstruktion wiederholt, bis der
brüchige Abschnitt unterfahren ist. Früher erfolgte der gesamte Sicherungsausbau mit Holz (daher G.-"Zimmerung") - heute gewöhnlich mit Stahlträgern und Pfändeisen oder Pfändblechen. Ist nur die Firste gebräch, wird nur Firstgetriebe eingesetzt, müssen z.B. Haldenmassen durchörtert werden, ist auch Stoßgetriebe (an allen Seiten) erforderlich. Beim Absenken von Schächten durch lockeres Gestein wird eine analoge Vorgehensweise als Vertikalgetriebe bezeichnet.
|
| Gewerke, der, Gewerkschaft | Im Gegensatz zur heutigen Bedeutung des Begriffs "Gewerkschaft" war dies vormals die "Eigentümerversammlung" eines Bergwerksbetriebes. Die "Gewerken" waren also die Anteilsinhaber (Besitzer der Kuxe, s.d.). Gewissermaßen die "Arbeitnehmervertretung" stellte im Gegensatz dazu die "Knappschaft" (s.d.) dar, welche es als Sozial- und Rentenversicherung für bergbauspezifische Berufe bis heute gibt (Bundesknappschaft). |
| Gezähe | Oberbegriff für die Arbeitsmittel. Dazu gehören natürlich Schlägel und Eisen, aber auch Keilhaue, Kaukamm, Kratze oder "Weiberarsch". Letzteres bezeichnet eine breite, flache Schaufel. Auch die heute gewöhnlich mit Druckluft oder Elektroenergie betriebenen Handwerkzeuge werden noch als Gezähe bezeichnet. |
| Gezeugstrecke | eine tiefe Abbausohle, die durch technische Hilfsmittel - die "Kunstgezeuge" - grundwasserfrei gehalten werden muß |
| Glimmerschiefer | ein metamorphes (Umwandlungs-) Gestein, das durch mäßigen Druck und noch nicht sehr hohe Temperatur aus Tonschiefer (siehe dort) hervorgeht, enthält hauptsächlich verschiedene Glimmer (vor allem Muskovit und Serizit), auch noch einige Tonminerale und je nach dem Sandgehalt der Ausgangsgesteine auch Quarz, jedoch noch keine Feldspäte. Die "Schiefer" sind durch ihre plattige, gut spaltbare Struktur ausgezeichnet (man denke an den "Dachschiefer"). |
| Gneis | ein metamorphes (Umwandlungs-) Gestein, das durch hohen Druck und hohe Temperatur aus Glimmerschiefer (siehe dort) hervorgeht, besteht überwiegend aus Plagioklas (Feldspat), Quarz und Biotit (Glimmer), häufigste Gesteinsart im Erzgebirge, der Name soll auf "Gneus" zurückgehen, das "Nest", in dem die Erzgänge aufsitzen. |
| Granit | ein magmatisches (Erstarrungs-) Gestein, das durch langsames Erkalten saurer (Quarz- reicher) Magmen in großen Tiefen entsteht, besteht überwiegend aus Orthoklas (Kalium- Feldspat), Quarz und Biotit, der Name leitet sich vom "granum", lat. Korn, aufgrund der deutlich sichtbaren, verschiedenfarbigen Minerale ab. |
| Granulit | ein metamorphes (Umwandlungs-) Gestein, das durch hohen Druck und hohe Temperatur aus Sedimentgesteinen in großer Tiefe entsteht, besteht hauptsächlich aus Orthoklas (Kalifeldspat) und Quarz, mitunter auch mit einem höherem Anteil an Pyroxen, meist sehr hart und splittrig, heller und feinkörniger als Granit und Gneis, der Name daher von "granulum", lat. Körnchen. |
| Greisen | ein metamorphes (Umwandlungs-) Gestein, das durch heiße, wäßrige Lösungen ("metasomatisch") entsteht. Meist werden durch nachdrängende granitische Magmen Granite und Diorite in Greisen umgewandelt. Der Greisen besitzt eine veränderte mineralische Zusammensetzung gegenüber dem Ausgangsgestein, hauptsächlich wird Feldspat durch Topas ersetzt. Daneben treten Turmalin, Zinnstein, Wolframit, Molybdänit und Lithium- haltige Glimmer (Zinnwaldit) auf. |