Erläuterung wichtiger Begriffe aus dem bergmännischen Sprachgebrauch H - Q
| Habit, das H. | die
Paradeuniform der Bergleute. Sie entwickelte sich im 16. und 17.
Jahrhundert zu einer Festtagstracht, die bis heute nicht nur von
Traditionsgruppen und Bergbauvereinen getragen wird, sondern auch von
aktiven Bergleuten. Noch heute kann man sie regelmäßig zu Festtagen
und Jubiläen bei Bergaufzügen (s.d.) bestaunen. Jede Berufsgruppe besaß eigene Uniformmerkmale und Akzessoires, jedes Bergrevier war durch besondere Farben und Abzeichen gekennzeichnet. Eine erste Übersicht über die verschiedenen historischen Habits können Sie jetzt auf einer CD-ROM bekommen, die Sie bei der AG Altbergbau bestellen können.
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| Habitus, der H. | aus dem Latein.: Erscheinung, Aussehen, eine Reihe von Mineralen kann je nach Bildungsbedingungen unterschiedliche Kristallformen ausbilden, die als "Habitus" des Kristalls bezeichnet werden. | |
| Hangendes, das Hangende |
das Gebirge an der räumlichen Obergrenze eines Erzganges oder eines Flözes | |
| Haspel, die H. | einfache
Winde, älteste Form der Fördertechnik im Bergbau, durch zwei Haspelknechte wird ein um die Haspelwalze umlaufendes Seil mit zwei gegenläufigen Förderkübeln oder Fördertonnen bewegt. |
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| Haspelort, das H. | Allgemein eine Erweiterung des Grubenhohlraums am oberen Ende eines Schachts, in dem die Fördereinrichtung (ursprünglich die Haspel) untergebracht war. Siehe auch "Füllort". | |
| Hauer | Berufsbezeichnung im Bergbau: Als Hauer werden die in der unmittelbaren Gewinnung der Erze und in der Auffahrung der Grubenhohlräume tätigen Bergleute bezeichnet. | |
| Hornstatt, die H. | Nur im sächsischen Sprachraum gebräuchliche Bezeichnung für einen zusätzlich ausgehauenen Raum im Schachtquerschnitt, der zur Aufnahme der Haspel diente und den Haspelknechten besseren Arbeits- und Bewegungsraum bieten sollte. Der Name leitet sich von den beiden "hornartigen" Erweiterungen über dem Schacht - links und rechts der Haspel - ab, in denen die Haspelknechte arbeiten konnten. Siehe auch "Haspelort". | |
| Hunt | Kleiner Transportwagen untertage. Konnte früher noch jeder Hauer das in seiner Schicht gebrochene Erz zum Feierabend in einer "Erzpfanne" auf der Schulter hinaustragen, so mußte man in größeren Bergbaubetrieben zunehmend arbeitsteilig zusammenwirken und die anwachsenden Mengen an Abraum und Erz gesammelt befördern. Zunächst wurden schmale Schubkarren verwendet, später sogenannte "Spurnagelhunte", bei denen ein Stift zwischen den Vorderrädern in einer Nut im Laufwerk lief und verhinderte, daß man den Hunt seitlich vom Laufwerk schob. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wurden zunehmend gleisgebundene Hunte aus Stahl eingesetzt und zu ganzen Zügen gekoppelt. Gezogen werden diese Züge heute zumeist mit batteriebetriebenen Elektroloks. | |
| Huthaus | zentrales Verwaltungsgebäude eines mittelalterlichen Bergwerks, vom "Hüter" des Bergwerks abgeleitet | |
| Hütte | Werk zur Gewinnung der Metalle aus dem Erz, siehe Verhüttung | |
| In... | ...unsere sächsischen Besucherbergwerke sollten auch Sie einmal einfahren... | |
| Inselt | ältere Bezeichnung für Unschlitt, siehe dort | |
| Jahrestafel | in
den Stoß einer Strecke eingeschlagenes Kennzeichen für die bis zum
angegebenen Jahr erreichte Vortriebsleistung, Meßpunkt für die
markscheiderische Vermessung des Bergwerkes und für die Abrechnung der
Leistung der Häuer (siehe auch "Gedinge"); besonders im
18. und 19. Jahrhundert verbreitet. Da über die Wolkenburger Bergwerke bisher weder markscheiderische Unterlagen, noch in ihnen Jahrestafeln gefunden werden konnten, fällt eine genaue Datierung schwer und wir zeigen Ihnen einige Beispiele aus anderen Bergwerken:
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| Joachimsthaler | eine große Silbermünze im Gegenwert einer (Gold-) Doublone, die im 17. Jahrhundert in Joachimsthal, heute Jachimov (Tschechische Republik) geprägt wurde, davon ist der Name des deutschen "Talers" und sogar des amerikanischen "Dollars" abgeleitet. | |
| Kaue, die K., Besucherkaue | ursprünglich ein einfacher Schutzbau für die Schacht- oder Stolln- Tagesöffnung gegen Witterung und Oberflächenwasser, später Umkleideraum und in diesem Sinne noch heute in Gebrauch | |
| Kammerpfeilerbau | ein
Abbauverfahren in flachliegenden oder räumlich ausgedehnten
Lagerstätten: dabei wurden "Kammern" ausgehauen, zwischen
denen "Sicherheitspfeiler" stehen blieben, die die Last des
Hangenden aufnahmen, aber auch für den Abbau verloren waren. Besonders typisch
ist dieses Abbauverfahren für den Salzbergbau, es wurde aber auch
im Erzbergbau (Pöhla) und beim Abbau von Kalkstein (Miltitz,
Rabenstein) angewandt. Durch rückschreitenden Abbau der Zwischenpfeiler
entstanden mancherorts domartige Hallen mit säulenartigen Pfeilern
darin, z.B. in den "Felsendomen Rabenstein" oder im
"Alten Kalkbergwerk" zu Miltitz (im Netz unter www.kalkbergwerk.de
).
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| Knappe, Knappschaft, Knappschaftskasse | Als "Knappen" wurden ursprünglich verschiedene "Gehilfen" bezeichnet - etwa auch die Lanzenträger der Ritter. Wann der Begriff auf Bergwerksangestellte und später auf die ganze (angestellte) Belegschaft einer Grube überging, ist heute nicht mehr nachzuvollziehen. Bereits in der Mitte des 15. Jahrhunderts begannen sich die Lohnarbeiter der Bergwerksgesellschaften (der Gewerkschaften - s.d.) in "Knappschaften" zu organisieren. Bereits damals kam es nicht nur zu ersten Lohnkämpfen und Arbeitsniederlegungen (vgl. u.a. Bergstreittag in Schneeberg). Die Knappschaften größerer Grubenbetriebe organisierten auch die Versorgung von verunglückten Bergleuten oder Hinterbliebenen. Von ihrem Wochenlohn gaben die Hauer den sogenannten "Büchsenpfennig" in die gemeinsame Knappschaftskasse, aus der z.B. Hospitäler und Waisenhäuser finanziert werden konnten. | |
| Krokoit | deutscher
Name "Rotbleierz", (
Pb [ CrO4 ] ), sekundäres Mineral der oberflächennah liegenden Oxydationszone (siehe unter "Eiserner Hut") in Chrom- Nickel- Erzlagerstätten, jedoch nur dann, wenn ebenfalls (hydrothermale) Bleierze auftreten, fällt durch seine intensive, hellrote Farbe auf, sehr seltenes Mineral ! |
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| Kunstgezeug | um
1520 in Ehrenfriedersdorf erfundenes Kolbenpumpensystem zur Hebung des
Grundwassers aus tief liegenden Bergwerksbereichen, die keinen
natürlichen Abfluß besitzen (siehe auch "Wasserkunst"). Das Prinzip besteht in einer Reihe
übereinander angeordneter Kolbenpumpen, die von ein und demselben
Wasserrad über ein durchgehendes Gestänge im Schacht angetrieben
werden. Die unterste Pumpe hebt das Wasser um maximal 7 m aus dem
Schachtsumpf. Anschließend drückte der Pumpenkolben das angesaugte
Wasser noch maximal weitere 3 m hinauf in einen
"Wasserkasten". Aus diesem wiederum saugte die nächste,
darüber angeordnete Pumpe das Wasser an und so fort. Damit die
Antriebsräder gleichmäßiger und stoßfrei arbeiteten, wurden oft zwei
gegenläufig arbeitende Pumpensätze nebeneinander eingebaut. Dann zog
ein Gestänge nach oben und die Pumpen saugten Wasser an, während das
andere Gestänge gleichzeitig nach unten drückte und die von ihm
angetriebenen Pumpen das angesaugte Wasser in den Wasserkasten
drückten. Bei der späteren Weiterentwicklung wurden die Saugpumpen auch durch Druckpumpensätze ersetzt, wofür dann allerdings schon stabile, gußeiserne Rohre nötig waren.
Eine animierte Darstellung
gibt es hier zu sehen: |
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| Kunstgraben | künstlich angelegter Zuleitungsgraben, über den Antriebswasser zu den Bergwerken geleitet wurde. Sie wurden grundsätzlich mit möglichst geringem Gefälle angelegt, um die größtmögliche Fallhöhe zu erreichen und damit leistungsfähige Wasserräder zu ermöglichen. | |
| Kunstrad | Wasserrad zum Antrieb verschiedener Systeme, vorrangig für die Wasserkunst (siehe dort), aber auch für Förderung und Bewetterung (siehe auch Radstube); Kunsträder konnten übertage eingerichtet werden, wenn die Zuleitung von Wasser zu und in die Bergwerke nicht möglich war, dann wurde die Antriebsleistung mit "Feldgestängen" an den benötigten Einsatzort gebracht, sehr oft wurden aber auch Wasserräder dort installiert, wo ihre Antriebskraft tatsächlich gebraucht wurde - also untertage ! Sie hatten gewöhnlich Durchmesser von etwa fünf Lachtern, also 10 bis 11 Metern ! | |
| Kunstschacht | Einbauort des Kunstgezeuges im Bergwerk (siehe auch Schacht) | |
| Kunstteich | künstlich angelegte Teiche, die der Wasserspeicherung dienten und für eine kontinuierliche Wasserführung der Kunstgräben sorgten. | |
| Kunstwinkel | Der Kunstwinkel ist eine Konstruktion, mit der geradlinige Bewegungen (z.B. beim Gestänge des Kunstgezeuges) in eine andere Richtung umgelenkt werden konnten. Ein "einfacher" Kunstwinkel besteht aus zwei Balken, die an ihrem einen Ende miteinander und zusätzlich durch ein Querholz verbunden sind. Am gemeinsamen Ende sind sie drehbar gelagert, an den beiden anderen Enden werden die Gestänge befestigt. Bei einem "vollen" oder doppelten Kunstwinkel spricht man auch vom "Kunstkreuz". Dann sind die Balken kreuzweise montiert. | |
| Kupferkies | Chalkopyrit
( CuFeS2 ), eines der wichtigsten Kupfer-Erzminerale. Wie
alle "Kiese" fällt das Mineral durch kräftigen metallischen
Glanz, durch seine messinggelbe Farbe und bunte Anlauffarben auf.
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| Kupferschiefer | Ein besonders buntmetallreicher, kohlenstoffreicher und daher tiefschwarzer Tonschiefer aus dem Perm. Kommt verbreitet im Thüringer Becken, auch südlich des Thüringer Waldes, im Mansfeldischen und bis nach Schlesien vor. Neben Sulfiden des Kupfers, hauptsächlich Kupferglanz (Chalkosin Cu2S), enthält er auch Silber und andere Metalle in feinverteilter Form. | |
| kutten | ein altdeutsches Wort für "graben". Es hat sich bis ins 18.Jahrhundert besonders in der Zinnseifengewinnung erhalten, wo oftmals Raithalden der Vorgänger ein zweites Mal auf ihre Resterzgehalte "durchgekuttet" wurden. Der Begriff findet sich in einigen Ortsnamen wieder, wie zum Beispiel im Kuttengrund bei Lößnitz oder auch im böhmischen Kutna Hora (Kuttenberg). | |
| Kux, der K. | Anteilschein an einem Bergwerk, ursprünglich 128 Stück je Bergwerk, auf die Kuxe wurde bei Gewinn "Ausbeute" (siehe dort) gezahlt, machte das Bergwerk keinen Gewinn oder sogar Verlust, wurde im Gegensatz zu heutigen Aktiengesellschaften aber auch "Zubuße" (siehe dort) eingefordert. | |
| Lachter, das L. | altes Längenmaß, entspricht etwa zwei Metern | |
| Letten, die L. | Bezeichnung für eine lehmige bis erdige Ausfüllung der Erzgänge, typisch für die Reicherzzone im alternierenden Grundwasserbereich | |
| Liegende, das L. | das Gebirge an der räumlichen Untergrenze eines Erzganges oder eines Flözes | |
| Loth, das L. | eine alte Gewichtseinheit für Edelmetalle, etwa 12 Gramm | |
| Lochstein | eine typische Art der Markierung für Grubenfeldgrenzen im Mittelalter. | |
| Malachit | Ein
Sekundärmineral in Kupferlagerstätten. Das immer tiefdunkelgrüne,
nierige oder radialstrahlige Aggregate, aber nur selten Kristalle bildende Kupfer-Karbonat ( Cu2
[(OH)2 ,CO3] ) entsteht in der oberflächennah liegenden Oxydationszone (siehe unter "Eiserner Hut") durch Zutritt von Luftsauerstoff und kohlensaurem Grundwasser in Kupfererz- Lagerstätten.
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| Mark, die M. | eine Landschaft (vgl. "Markgrafschaft" oder "Altmark"), aber auch eine alte Gewichtseinheit für Edelmetalle, eine Mark sind ungefähr 0,24 kg Silber, Urvater der Deutschen Mark. | |
| Markscheide, die M. | Die Markscheide war die Grenze, die die Gemarkungen der Bergwerke (ihre "Grundstücke") voneinander abgrenzte ("schied"). Da es oft sehr schwierig war, an der Oberfläche festgelegte Grenzen eines Abbaufeldes in die Tiefe der Bergwerke zu übertragen, war der "Markscheider" - der für die Vermessung der Gruben zuständige Bergbeamte - ein wichtiger Fachmann. Als Spezialisierungsrichtung im Vermessungs- Ingenieurwesen gibt es diesen Beruf heute noch. | |
| Markscheidezeichen | Oft
auch als "Gedingezeichen" bezeichnet, denn sie dienten nicht
nur als Festpunkte für die Vermessung des Grubenfeldes, sondern auch
zur Abrechnung der Gedingeleistung (s. Gedinge). Sie wurden vom
Markscheider oder von einem extra dazu bestellten Stufenschläger in den
Stoß der Strecke eingeschlagen. Der wichtigste Vertreter war neben der
Jahrestafel der "Quartalswinkel" (s.d.), es findet sich aber
besonders im 18. und 19. Jahrhundert eine Vielzahl verschiedener
Zeichen. Die Bildbeispiele stammen aus dem "Trau Auf Gott-
Erbstolln" zu Lichtenberg bei Freiberg.
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| Maß, Maßgrube | Bereits vor der Annaberger Bergordnung (1500) war der Betrieb von Bergwerken im Interesse der meißnischen Fürsten streng geregelt. Zwar durfte jeder Freie auf eigene Rechnung nach Erzen suchen ("muten"), wurde er jedoch tatsächlich fündig, so wurde ihm die "Fundgrube" verliehen, nur zur Leihe versteht sich und gegen Ablieferung des Zehnten vom Gewinn. War ein Erzgang einmal entdeckt, konnte der Landesfürst als Inhaber des Bergregals (siehe dort) weitere Grubenfelder entlang des Erzganges verleihen, die "Maßgruben". Talabwärts spricht man dann von der ersten, zweiten... "unteren Maß", in umgekehrter Richtung von "oberen Maßen" oder "oberen Maßgruben". | |
| Mettenschicht | abgeleitet von der "Messe" - nicht die in der Ausstellungshalle, sondern die Messe in der Kirche. Die Mettenschicht war die letzte vor Weihnachten. An diesem Tag wurde nicht mehr voll gearbeitet, sondern nach dem Aufräumen des Bergwerkes in Ruhe und Andacht, meist in der Grube selbst oder auch in der Betstube des Huthauses, der im letzten Jahr verunglückten Bergleute gedacht und natürlich auch auf die Erfolge des letzten Jahres angestoßen. Heute haben sich in vielen Besucherbergwerken traditionelle Mettenschichten zu einer Attraktion für die Besucher entwickelt. | |
| Mineral | Die chemisch einheitlich zusammengesetzten, meist kristallisierten Grundbausteine aller natürlichen Gesteine. Insgesamt sind heute etwa 3.000 verschiedene Minerale bekannt. Die wichtigsten, in großer Menge und dadurch gesteinsbildend auftretenden Minerale sind Silikate (Quarz, Feldspäte und Foide, Amphibole und Pyroxene, Olivin, Glimmer, Tonminerale) sowie Karbonate (Kalkstein, Marmor, Mergel). Einige weisen einen besonders hohen Anteil an nutzbaren Metallen auf und werden als "Erze" oder Erzminerale" bezeichnet. Einige wenige Metalle kommen aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften auch rein vor (siehe "gediegen"). Auch einige "Gangarten" (s.d.) sind von wirtschaftlichem Interesse, wie Flußspat oder Schwerspat. | |
| Morgengang | ein Erzgang mit einer Streichrichtung (siehe dort) von Westsüdwest nach Ostnordost, "Morgen" bezeichnete im Mittelalter auch "Osten" | |
| Mundloch, das M. | die Tagesöffnung eines Stollns | |
| Mutung, Muten | abgeleitet
von "vermuten". Bekanntlich war es eine der größten
Neuerungen in der Bergbaugeschichte, daß die sächsischen Herzöge in
der damaligen Mark Meißen jedem Freien das Aufsuchen von Erzgängen auf
eigene Rechnung erlaubten. Der Name der ältesten sächsischen Bergstadt
Freiberg kündet noch davon. Wurde beim Suchen nach Erzgängen Erfolg erzielt, hatte der Finder dem Landesfürsten bzw. seinen Bergbeamten den Fund anzuzeigen. Dieses wurde als Mutung oder Muten bezeichnet - wohl, weil zu diesem Zeitpunkt noch niemand wissen konnte, welche Ausbeute die gemutete Grube haben würde. Daraufhin bekam der Finder die "Fundgrube" (s.d.) verliehen, durfte auf eigene Rechnung den Abbau aufnehmen und hatte vom Ertrag - nur vom Ertrag - ein Zehntel an den Fürsten abzugeben. |
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| Nachriß, Nachreißen, Nachstrossen | Erweist sich nach der Auffahrung einer Strecke ihr Profil nicht mehr als groß genug, wird es "nachgerissen" - also erweitert. Das betrifft zum einen Firste und Stöße (s.d.), aber auch die Sohle (zum Beispiel, wenn das Gefälle eines Stollens für den Wasserablauf nicht ausreicht) - dann nennt man dies auch "Nachstrossen" (vgl. auch Strossenbau). | |
| Nun... | ...sollten aber auch Sie einmal unsere sächsischen Schaubergwerke besuchen ! | |
| Ort, das O. | der Arbeitsort eines Bergmanns, Endpunkt eines Stollens oder einer Strecke, "vor Ort" steht auch für "bei der Arbeit" sein. | |
| Ortsbrust | die "Front" des Grubenbaus in Vortriebsrichtung (vgl. auch Stoß, Firste, Sohle). | |
| Phyllit | ein metamorphes (Umwandlungs-) Gestein, das meist zuerst durch noch geringen Druck aus Tonschiefer hervorgeht. Darin sind Tonminerale bereits durch Glimmer (vor allem Serizit) ersetzt, sonst gibt es aber noch keine weiteren Mineralneubildungen. Je nach Erscheinungsbild und Kleinfältelung werden Abstufungen vorgenommen, wie "Griffelschiefer" oder "Garbenschiefer". | |
| Pinge, die P. | auch "Binge", ein Einbruchtrichter über bergmännischen Hohlräumen, die bekanntesten sind die Geyer`sche Pinge und die Große Pinge in Altenberg, kleine Pingen sind noch heute häufig über tagesnahem Altbergbau zu finden | |
| Pochwerk | übertägige Aufbereitungsanlage zur Zerkleinerung und Reinigung des geförderten und geschiedenen Roherzes, das das Bergwerk nach dem Scheiden lieferte. Das angereicherte Erzkonzentrat wurde danach an die Hütte geliefert. | |
| Pyromorphit | deutscher
Name "Grünbleierz", (
Pb5 [Cl,(PO4)3] ), sekundäres Mineral der oberflächennah liegenden Oxydationszone (siehe unter "Eiserner Hut") in Bleierzlagerstätten, fällt durch gelbe und grüne Farben auf, bei großen Vorkommen wird es auch als Bleierz verwendet |
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| Quartalswinkel | wie
die "Jahrestafel" (s.d.) ein in den Stoß eingeschlagener
Maßpunkt für die markscheiderische Vermessung eines Bergwerkes, vor
allem aber für die erreichte Vortriebsleistung; die Abrechnung der
Leistung der Häuer nach "Gedingen" (s.d.) und die
Einforderung der "Zubuße" (s.d.) erfolgte bereits im 13. Jahrhundert nach den Quartalen: Reminiscere, Trinitatis,
Crucis und Lucia.
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| Querschlag | Verbindungsstrecke zwischen zwei Bergwerksabschnitten, ein Ausrichtungsbau (s.d.) zur Erschließung einer Lagerstätte |