Erläuterung wichtiger Begriffe aus dem bergmännischen Sprachgebrauch R - Z
| Radstube, Radkammer | Ein
großer
Hohlraum zur Aufnahme des Kunstrades (siehe dort), der Antrieb von Kunstgezeugen
oder Förderanlagen kann so von Untertage aus erfolgen (vgl. auch
Feldgestänge). Gegenüber den bis zu 600 m langen Feldgestängen
entstanden hier wesentlich weniger Reibungsverluste, durch die offene
Bauweise der Feldgestänge kam es zudem im Winter oft zu Problemen durch
Vereisung und Schneelast. Die Anlage einer untertägigen Radkammen und
der benötigten Zu- und Ableitungsstollen mit Schlägel und Eisen war
dagegen zeitaufwendig und teuer und kam nur für ertragreiche Gruben in
Betracht. |
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| Raithalden | Mit diesem Begriff werden die typischen hügeligen Hinterlassenschaften der Seifenerzgewinnung (s. Seife) bezeichnet. Dabei entstehen keine größeren Kegelhalden, sondern zahlreiche kleine "Haufen" nebeneinander, die von den Rinnen zur Heranleitung des Waschwassers und den Pingen der letzten Grabungsstellen durchzogen werden. |
| Reicherzzone | durch
Verwitterung, speziell durch den Zutritt von Grundwasser beeinflußter Bereich der Erzgänge,
auch "Zementationszone", in dem sich insbesondere
"edle", d.h. chemisch beständige Metalle, wie das Silber
anreichern, siehe auch Eiserner Hut
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| Rezeß, Rezeßbuch | siehe "Gegenbuch". |
| Rißwerk, Grundriß, Saigerriß, Tageriß | Als
"Risse" werden allgemein die Kartenunterlagen eines Bergwerks
bezeichnet. Wie in der Geometrie gibt es dabei Draufsichten
("Sohlengrundrisse", "Mehrsohlengrundrisse") und
Seitenansichten ("Saigerrisse", "Gang-" und
"Blockschnitte"). Der Tageriß stellt die Übertagesituation
über dem Abbaufeld dar. Mit der Einführung der Annaberger Bergordnung um 1500 begann man auch mit einer systematischen Rißwerksführung, die heute Vorschrift für jeden aktiven Bergbaubetrieb ist und mindestens in zweijährigem Rhythmus nachgetragen werden muß. Im Bergarchiv Freiberg sind etwa 100.000 solcher Grubenrisse aus der Zeit von 1500 bis heute archiviert. |
| Rösche | eine Strecke, die der Zuführung oder der Ableitung von Antriebswasser für Kunsträder, bzw. auch zur Ableitung des aus dem Bergwerk geförderten Grundwassers diente |
| saiger | Als
"saiger" wird "senkrecht" bezeichnet. Ein
Saigerschacht führt senkrecht in die Tiefe, während ein "tonnlägiger"
(siehe dort) Schacht geneigt ist. Saigere Haupt- oder
"Richtschächte" werden heute aus Sicherheitsgründen
bevorzugt, da das Gestein im Verlauf des Erzgangs meistens brüchiger
und weniger standfest ist.
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| Saigerhütte, Saigerverfahren | Als
Saigerverfahren wird eine schon sehr lange genutzte Methode bezeichnet,
um Rohsilber von anderen Metallen zu trennen. Das Rohmetall wird dabei
zusammen mit Bleioxid (Glätte) geschmolzen. In der flüssigen Bleiglätte lösen sich andere
Metalle (z.B. Kupfer), die als Legierung im Rohmetall enthalten sind.
Aufgrund der hohen Dichte sinkt das reine Silber in der Schmelze nach
unten, während sich das leichtere Bleioxid an der Oberfläche der Schmelze
sammelt und dort abgezogen wird. Setzt man den Schmelzvorgang unter
ständiger Zugabe von Rohmetall und unter ständigem Abzug der Bleiglätte
genügend lange fort, erhält man sehr reines Silbermetall, das
schließlich zuletzt abgestochen wird. Mit diesem Verfahren wurde
bereits im Mittelalter ein Reinheitsgrad des Feinsilbers von 97...99%
erreicht. Die Saigerhütte ist das spezialisierte Hüttenwerk (siehe Hütte), in dem dieses Schmelzverfahren durchgeführt wird. (heute noch in Olbernhau zu besichtigen). |
| Schacht, Tagesschacht, Blindschacht | Als "Schacht" im allgemeinen werden alle vertikalen Bergwerkshohlräume bezeichnet. Beginnt der Schacht an der Tagesoberfläche, wird er als "Tagesschacht" bezeichnet, Schächte, die nicht bis zur Oberfläche reichen, heißen "Blindschacht" oder "Gesenk". |
| Schar | Gelegentlich kam es vor, daß ein und derselbe Erzgang durch unterschiedliche Gewerkschaften an verschiedenen Stellen entdeckt wurde. Bei der Verleihung von Maßgruben konnte es dann dazu kommen, daß die Distanz zwischen der letzten Maßgrube der einen und der ersten Maßgrube der anderen Fundgrube kein volles Maß (also 28 Lachter oder rund 56 Meter) mehr ergab. Das Reststück wurde als "Überschar" bezeichnet. Darauf geht der östlich von Freiberg zu findende Ortsname "Oberschar" zurück. |
| Scharung | das
Zusammenlaufen von Erzgängen (siehe dort) mit ähnlicher
Streichrichtung oder Einfallen, trifft man in Abbaurichtung auf
zusammenlaufende Gänge, dann "scharen sie sich an", in der
Gegenrichtung "zerschlägt sich der Gang", Scharungsbereiche
waren wie Gangkreuze (siehe dort) meist besonders erzhöffig
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| Scheiden, Scheidebank | Als Scheidung bezeichnet man die grobe Trennung von Erzmineralen und Begleitmineralen aus dem geförderten Gangmaterial. Um den Transportaufwand zu reduzieren, wurde dies immer bergwerksnah in der "Scheidebank" durchgeführt, meist von Kindern und Lehrlingen oder älteren Bergleuten. Das Roherz kam danach ins Pochwerk zur weiteren Aufbereitung und Anreicherung (siehe Pochwerk) und schließlich in die Hütte zur Verarbeitung. Pochwerke und Hütten wurden meist zentral für mehrere Gruben eingerichtet. |
| Schießen | "Schießen" ist der bergmännische Begriff für sprengen. Und zwar mit Sprengstoff. Um 1653 wurde erstmals in Johanngeorgenstadt Schwarzpulver als Sprengstoff untertage eingesetzt, später dann Dynamit und heute gibt es eine ganze Reihe verschiedener Sprengstoffe für unterschiedliche Zwecke. |
| Sedimente, Sedimentgesteine | "Sedimente" bezeichnet allgemein "Ablagerungen" und im geologischen Sinne vor allem die Lockersedimente, wie Sande, Kiese, Tone, Lehme usw. Diese sind natürlich ebenfalls "Sedimentgesteine", auch wenn sie keine "gesteinstypische" Festigkeit und Härte besitzen. Häufig werden dem gegenüber mit dem Begriff Sedimentgesteine die verfestigten Ablagerungsgesteine, wie z.B. Sandstein, Kalkstein usw., bezeichnet. |
| Seife, Seifenerze | Es hat tatsächlich etwas mit Waschen zu tun: Bestimmte Erzminerale trotzen der Verwitterung mehr als andere Gesteinsbestandteile (zum Beispiel Zinnstein) oder besitzen eine sehr hohe spezifische Dichte (zum Beispiel Gold). Solche Minerale werden ebenfalls durch fließendes Wasser weggespült, reichern sich aber an bestimmten Stellen dann an. Solche Schwermineral- oder Edelmetallanreicherungen in Flußsedimenten werden als Seifen bezeichnet und durch einfaches Auswaschen gewonnen. Der Ort "Seiffen" im Erzgebirge hat seinen Namen davon, aber auch Ortsnamen wie "Waschleithe" gehen auf die Gewinnung von Zinnseifen zurück. |
| Silbererz | Erzminerale,
die Silber enthalten. Neben dem "gediegenen" Silber (siehe
dort) kommt Silber auch in chemischen Verbindungen vor, typische Erze
sind z.B. Argentit (Ag2S), deutscher Name
"Silberglanz" und Proustit, deutscher Name
"Lichtes Rotgültigerz" (Ag3AsS3 ):
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| Skarn, Skarnerze | eine ursprünglich skandinavische Bezeichnung für einen u.a. in Schweden vorkommenden Lagerstättentyp. Skarne sind ursprünglich karbonatische Gesteinskörper, welche durch chemische Vorgänge (Metasomatose) in ihrer Zusammensetzung völlig verändert sind. Zum einen entstehen durch diese Prozesse Marmore und silikatische Skarne, in einigen Fällen aber auch Eisen- und Buntmetallerz-haltige Skarne. In Sachsen waren besonders die polymetallischen Buntmetallskarne im Westerzgebirge Gegenstand des Bergbaus, auch wenn man zunächst die einzelnen Erze nicht trennen konnte und das Erz daher auf Alaun und Vitriol weiterverarbeitet wurde. |
| Sohle | Unterkante eines Hohlraums, der "Fußboden", auch eine "Arbeitsebene" bzw. ein Tiefenniveau im Bergwerk |
| Spatgang | ein Erzgang mit einer Streichrichtung (siehe dort) von Westnordwest nach Ostsüdost |
| Stock | Als "Stock" werden kleinere Granitkörper bezeichnet, die als jüngste magmatische Gesteine in das Deckgebirge eingedrungen sind und das umliegende Gestein chemisch verändert haben (siehe "Greisen"). Mit solchen Granitstöcken sind die pneumatolytischen Zinnerze des Osterzgebirges, des Geyerschen Waldes und die westerzgebirgisch-vogtländischen Zinn-Wolfram-Lagerstätten verknüpft. |
| Stockscheider | An der Obergrenze von kleineren Granitstöcken reichern sich während der Abkühlung des Magmas oftmals aggressive Reagenzien an (z.B. Fluor), die zu besonderen Mineralbildungen führen. Bekannt sind in Sachsen u.a. der Topasfelsen des Schneckensteins und das Pyknitvorkommen im Stockscheider in Altenberg. |
| Stolln, der S. | ein horizontal oder mit nur geringer Neigung aufgefahrener Grubenhohlraum, der bis nach Übertage führt, besonders wichtig als natürlicher Ablauf des Grundwassers, aber auch für die natürliche Regelung der Bewetterung (siehe Wetter) |
| Stoß | die Seite eines Hohlraums, seine "Wand" |
| Streb, Strebbau | Ein
Abbauverfahren in flachliegenden Flözen, heute vor allem im
Steinkohlenbergbau. Dabei wird (vergleichbar mit den steilstehenden
Abbaublöcken im Firstenstoßbau, s.d.) das Flöz durch ein Netz von
Haupt- und Nebenstrecken in "Strebe" eingeteilt und dann aus
den einzelnen Streben der Reihe nach die Kohle ausgehauen. Da das Flöz
nach dem Abbau der Kohle natürlich nicht "leer" stehenbleiben
kann, wird der abgebaute Flözabschnitt mit Abraum
aufgefüllt.
"Erfunden" wurde der Strebbau im Kupferschieferbergbau, allerdings ging man 500 Jahre früher noch nicht so systematisch "rechtwinklig" vor, wie heute im industriellen Kohlenbergbau. Auch liegen die Kupferschieferflöze selten wirklich flach, sondern sind aufgrund tektonischer Vorgänge meist geneigt. In der Regel wurde "bergauf" mit dem Abbau begonnen und wenn der erste Hauer anfing, hinter sich den Abraum unters Hangende zu schlichten, folgten ihm links und rechts die nächsten nach. Dadurch kamen im historischen Kupferschieferbergbau meist halbrunde Strebe zustande, wie man es zum Beispiel im --> Besucherbergwerk im thüringischen Wettelrode sehen kann. Es gehört freilich einiges an Mut und an Vertrauen auf den Berg und die Kollegen dazu, denn noch in den neunziger Jahren betrug die Bauhöhe der Strebe gerade einmal achtzig Zentimeter ! Das eigentliche Kupferschieferflöz ist nämlich keine 30 cm mächtig.
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| Strecke | ein horizontal oder mit nur geringer Neigung aufgefahrener Grubenhohlraum, der zum Abbau oder zur Verbindung verschiedener Bergwerksbereiche dient, aber nicht die Tagesoberfläche erreicht. |
| Streichen, das S. | die
Richtung eines Erzganges, streng genommen der Ausbißlinie (siehe dort) eines
Erzganges gegen Nord
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| Strossenbau | typisches Abbauverfahren vor dem 16. Jahrhundert: Hereingewinnung des Erzes von der Sohle (siehe dort), Abbau "nach unten" (siehe auch Firstenbau) |
| Tagebruch | Abgeworfene Bergwerkshohlräume können durch Verwitterung des Gesteins (besonders durch die Sprengwirkung gefrierenden Wassers) oder durch das Verrosten oder Verfaulen alten Ausbaus soweit an Stabilität verlieren, daß das Hangende Gestein bis nach Übertage durchbricht und es zu plötzlichen, lokalen Einsenkungen an der Oberfläche kommt, welche als "Tagebruch" bezeichnet werden. Charakteristisch sind die trichterförmigen, kleinen Pingen (s.d.), die durch das nachrutschende lose Gestein des Deckgebirges entstehen. Insbesondere über den Bergbau des frühen Mittelalters gibt es kaum rissliche Unterlagen (siehe Rißwerk), so daß große Teile der ehemaligen Bergbaureviere heute durch derartige Ereignisse gefährdet sind. In Sachsen kommt es zur Zeit pro Jahr durchschnittlich zu etwa 80 neuen Bergschadensfällen, welche - aufgrund des Fehlens eines Rechtsnachfolgers der mittelalterlichen Gewerkschaften - unter Aufsicht des Oberbergamtes in Freiberg mit Landesmitteln saniert werden müssen. |
| taub | ohne Erzgehalt, taubes Gestein, siehe auch Vertaubung |
| Teufe, die T. | bergmännisch für "Tiefe", ein Schacht wurde "abgeteuft", für ein Gesenk (kleiner Blindschacht) findet sich oft auch die Bezeichnung "ein Abteufen". |
| tonnlägig | Tonnlägig
bezeichnet "geneigte" Schächte, die Bezeichnung leitet sich
von der auf der unteren Schachtseite "aufliegenden"
Fördertonne ab, während die Fördertonne in einem senkrechten Schacht
frei hängt. Geneigte Schächte wurden
früher zumeist bevorzugt, da ein Auffahren des Schachtes im Einfallen eines Erzganges nicht nur den
Vortrieb erleichterte, sondern gleichzeitig schon Erz lieferte.
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| Tonschiefer | ein nur schwach metamorphes (Umwandlungs-) Gestein, das durch leichten Druck aus Tonen oder tonreichen Sedimenten (siehe dort) hervorgeht, besteht überwiegend aus Tonmineralen (daher der Name), meist gut in sehr dünne Platten spaltbar, wird daher als "Dachschiefer" (zum Beispiel in Thüringen) abgebaut. |
| Trum, das T. | ein "schmaler" Erzgang, "zerschlägt" sich ein Erzgang, dann teilt er sich in mehrere Trümer, das Trum bezeichnet aber auch einen Abschnitt im Schacht (z.B. Fahrtentrum, Fördertrum) |
| Tzscherper, Tzscherpertasche | eine Gürteltasche, in der wichtige Kleinteile stets griffbereit aufbewahrt wurden, wie z.B. das Feuerzeug, aber auch das Tzscherpermesser zum Anspitzen der Kienspäne, zum Zurechtschnitzen neuer Stiele für die Eisen und natürlich auch zum Zerteilen des Frühstücksbrotes. Die Tzscherpertasche ist Bestandteil des Habits (s.d.). |
| Türstock | typische Form des Ausbaus (siehe dort) in kleinen Hohlräumen im Erzbergbau, Sicherung der Firste und der Stöße (siehe dort) durch "Kappen", die von "Stempeln" unterfangen werden, meist aus Fichtenstämmen |
| übertage, untertage | außerhalb bzw. innerhalb des Bergwerkes, "untertage" ist aus "ohne Tageslicht" entstanden |
| Überhauen, das Ü. | ein Grubenhohlraum, der von unten nach oben ausgehauen wurde, typisch für den Firstenstoßbau, dabei zur Erkundung und Ausrichtung des Abbaus in einem Abschnitt des Erzgangs aufgefahren |
| Unschlitt | minderwertiger Rindertalg, war ein billiges Brennmaterial für Froschlampen im Mittelalter |
| Verhüttung | das Ausschmelzen des Metalls aus dem Erz durch zum Teil schon früher sehr komplizierte Röstverfahren und reduzierendes Schmelzen, auch die weitere Reinigung des Rohmetalls erfolgte in Hüttenwerken (siehe Saigerhütte) |
| Verleihbuch | siehe "Bergbuch", siehe auch "Fundgrube". |
| Versatz | als Versatz wird das Ausfüllen nicht mehr benötigter Grubenhohlräume - in der Regel mit Abraum und taubem Gestein - bezeichnet. Auch bei der Verwahrung auflässiger Bergwerke werden tagesnahe Hohlräume aus Sicherheitsgründen mit Schotter oder Beton "versetzt", um plötzliche Senkungen und Tagesbrüche zu verhindern. |
| Vertaubung | plötzliche Abnahme des Erzgehaltes in einem Erzgang |
| Verwahrung | das Sichern und Verschließen eines abgeworfenen Bergwerkes |
| Verwerfung | an
Gangkreuzen können jüngere Erzgänge nicht nur ältere durchschlagen,
sondern diese auch seitlich versetzen oder "verwerfen". Dies
ist Ausdruck der tektonischen Bewegungen in der Erdkruste, die zur
Bildung der Spalten und Erzgänge geführt haben. Anhand von
Versetzungen wird nicht nur der Altersunterschied zweier Erzgänge,
sondern auch die Richtung späterer Bewegungen sichtbar.
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| Verzug | Eine kraftschlüssige Verbindung zwischen dem Ausbau (s.d.) und dem hangenden Gebirge und eine Sicherung gegen Steinfall zwischen den Türstöcken (s.d.) hindurch wird durch den "Verzug" erreicht. Gewöhnlich werden dazu Pfosten und Schwarten zwischen Fels und Ausbau eingeschlagen. |
| Vortrieb | das Auffahren eines Hohlraums, auch die Leistung der Hauer (siehe dort) beim Auffahren eines Hohlraums, während horizontale Grubenbaue "vorgetrieben" wurden, spricht man bei der Herstellung von Schächten von "abteufen" oder "niederbringen". |
| Wasserkunst | Gesamtheit
mittelalterlicher, technischer Anlagen zur Hebung des Grundwassers aus
dem Bergwerk, seit dem 16. Jahrhundert meist in der Form des "Kunstgezeuges",
eingerichtet und instand gehalten von den "Kunstmeistern",
den frühesten Ingenieuren im Bergbau. Bis zur Erfindung dieses Maschinensystems wurde das Wasser mit Kübeln geschöpft und mit der Handhaspel gehoben. Agricola erläutert darüber hinaus auch andere Konstruktionen, wie z.B. "Becherwerke". Diese arbeiteten mit umlaufenden Ketten, an denen Schöpfgefäße angehängt waren. Ebenfalls Vorläufer des Kunstgezeugs waren die "Heinzenkünste", bei denen Lederbälle an einer umlaufenden Kette durch hölzerne Rohre nach oben gezogen wurden und dabei Wasser mit nach oben drückten. |
| Weitungsbau | ein
Abbauverfahren in unregelmäßig ausgebreiteten Lagerstätten, wurde zum
Beispiel in den osterzgebirgischen Zinnlagerstätten (Greisenstöcke)
und in der westerzgebirgischen Skarnlagern angewandt, die dabei
entstehenden, oft riesigen und unregelmäßig geformten Hohlräume
stürzten nicht selten in sich zusammen (Geyer`sche Pinge, Große
Altenberger Pinge), in den Kalksteinlagerstätten (Rabenstein, Miltitz,
Lengefeld) wurde der Weitungsbau zum "Kammerpfeilerbau"
weiterentwickelt, die Besichtigung von Weitungsbauen ist heute zum
Beispiel in Gottesberg (Besucherbergwerk am Schneckenstein) und in
Zinnwald (Große Reichtroster Weitung im Tiefen Bünau-Stollen) möglich.
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| Wetter, die W., | Als "Wetter" wird allgemein die Luft im Bergwerk bezeichnet. Da das von uns ausgeatmete Kohlendioxid schwerer als Luft ist, reichert es sich in ungenügend belüfteten Bergwerksteilen an und muß durch Frischluft ersetzt werden. "Frischwetter" kennzeichnen saubere Luft, je nach Betriebszustand und Art des Bergwerkes gibt es aber auch "stehende" oder gar "schlagende" (z.B. durch Gehalte an Methan oder Kohlenstaub explosionsgefährdete) Wetter. |
| Wetterführung, Bewetterung | die Belüftung des Bergwerkes, ein Bergwerk mit mehreren Zugängen in verschiedenen Höhen besitzt wie eine Höhle einen natürlichen Wetterzug (siehe dort), meist reicht dieser aber nicht aus, um entfernte Bergwerksteile ausreichend zu belüften, Kohlendioxid und andere gesundheitsgefährdende Gase (Methan, Radon) abzuleiten, so daß eine zusätzliche, gesteuerte ("geführte") Bewetterung nötig ist, künstliche Bewetterung ist in tiefen Bergwerken oft auch zur Kühlung nötig. |
| Wettertür | simpler
Steuermechanismus, um den natürlichen Wetterzug in die gewünschten
Grubenbereiche zu leiten: Durch Schließen von entsprechend angeordneten
Wettertüren wird dem Luftzug der kürzeste Weg versperrt.
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| Wetterzug | der
natürliche oder geführte Luftzug im Bergwerk. Der natürliche Wetterzug stellt sich dadurch ein, daß in genügender Tiefe unterhalb der durch die Sonneneinstrahlung erwärmten Erdoberfläche die Gesteinstemperatur zunächst relativ konstant bei recht kühlen +8° bis +10° Celsius liegt. Ist die Lufttemperatur im Sommer außerhalb des Bergwerks deutlich höher, kühlt sich die Luft im Bergwerk ab, wodurch ihre Dichte ansteigt und sie in den Schächten nach unten sinkt. Am tiefsten Stollenausgang stellen sich so "ausziehende" Wetter ein:
Den umgekehrten Effekt bringt eine Abkühlung der Luft im Winter mit sich: Da sich die in das Bergwerk eindringende Luft dann auf +8° Celsius erwärmt, wird sie leichter und steigt in den Schächten nach oben. Am tiefsten Stolleneingang stellen sich dann "einziehende Wetter" ein.
In den Zwischenzeiten im Frühling und Herbst stagniert der Wetterzug, er "steht". Stehende Wetter sind gefährlich, da dann Kohlenoxide und andere Gase nicht mehr abgeleitet werden und erfordern zusätzlich maschinelle Bewetterung. |
| xx | das doppelte X hinter dem Namen eines Minerals auf dem Etikett kennzeichnet eine kristallisierte Stufe, bei der die Mineralart in mehr oder weniger freistehenden, idealgestaltigen Kristallen auftritt. |
| Y | ...müssen Sie im Lexikon suchen. |
| Zerschlagen | die
Aufspaltung eines Erzganges in mehrere kleinere Trümer, siehe auch
Scharung
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| Zubuße | Zuschuß der Kuxinhaber zu den Kosten des Grubenbetriebes, eine Zubußzeche arbeitet mit Verlust, eine Verlagszeche baut alte Verluste ab oder erwirtschaftet zumindest die Betriebskosten. Der "Zubußbote" war natürlich nur ungern gesehen... (siehe auch Kux) |